Bahnbetriebswerk Düsseldorf-Derendorf
Zeittafel: Bauliche Anlagen Bezeichnungen Beheimatungen

01.02.1876
 

In Betriebnahme einer Betriebswerkstätte mit einem Ringlokschuppen, einer ø 16 m-Drehscheibe und mit den erforderlichen Behandlungsanlagen am nordöstlichen Ausgangs des gleichzeitig in Betrieb genommenen Güter- und Verschiebebahnhofs durch die Rheinische Eisenbahngesellschaft (RHE)

01.01.1886
 
Unterstellung der Königlich preuß. Eisenbahnverwaltung (KPEV)
1887-1890
 

Erweiterungs- und Umbauarbeiten des gesamten Verschiebebahnhofs für eine Kappazität von max. 2.000 zu behandelnen Güterwagen in Derendorf

1891
 

Errichtung einer neuen großen Betriebswerkstätte auf dem Gelände der ehem. östlich gelegenen Güterabfertigung nahe der heutigen S-Bahnstation Düsseldorf Zoo an der Ahnfeldstraße nach zweijähriger Bauzeit:

  • eine große Rechteckhalle für 36 Lokomotiven mit zwei innenliegenden 12,5 m-Schiebebühnen,
  • Werkstatt- und Verwaltungsgebäude in Ziegelfachwerkbauweise,
  • zwei jeweils an den Kopfenden westlichr des Schuppens gelegenen 16 m Drehscheiben,
  • 12 Aufstellgleise und
  • allen nötigen Behandlungsanlagen
  • Ausstattung der gesamten Anlage mit elektrischer Beleuchtung
1895/1896
  Abriss einer der beiden Drehscheiben zugunsten einer weiteren Einfahrt in den Rechteckschuppen und weiterer Abstellgleis
1900
  Stilllegung der aus dem Jahre 1876 stammenden Bwst-Anlage – Weiterverwendung als Lagergebäude
1902
 

Errichtung einer neuen Betriebswerkstätte nordwestlich des Bahnhofs an der Schinkel-/Jülicher Straße

  • 18-ständiger Ringlokschuppen in Zeigelfachwerkbauweise mit vorgelagerte 16 m Drehscheibe,
  • Freifläche für einen weiteren geplanten Ringlokschuppen,
  • ein über 100 m langer Kohlenbansenmit offenen Auslegerkränen und Ladebühnen,
  • Ausschlackgruben mit überspannenden Bockkran

Ab diesem Zeitpunkt bestand die Betriebswerkstätte aus betrieblicher Hinsicht ungünstigen aus zwei Betriebsteilen,
Erstmalige Beheimatung von leistungsstarken Lokomotiven der Gattung G7.2 (spätere Baureihe 55.7) in Form von 890 - 893 Elberfeld

1904
  Anlieferung fabrikneuer Lokomotiven der Gattung G5.3 (spätere Baureihe 54.6) in Form von 702, 703, 706 und 708 Elberfeld
     
    Triebfahrzeugbestand vom 15.11.1906
P2
  1573
G3
  3126, 3206, 3257, 3260-3265, 3301, 3311, 3312, 3316-3319, 3328, 3337, 3343-3360
G4
  3804, 3805
G5
  4005, 4012, 4020, 4061, 4062, 4065, 4067
G7
  4652, 4663-4666
T7
  6806-6810
     
1914
  Erstmalige Beheimatung von Lokomotiven der Gattungen G8.1 (spätere BR 55.25), T13 (spätere BR 92.5) und T16.1 (spätere BR 94.5)
1920
  Beheimatung von fabrikneuen Lokomotiven der Gattungen G10 (spätere BR 57) in Form der 5507 – 5509 und 5519 – 5524 Elberfeld
20.03.1923
  Unterstellung der Betriebswerkstätte der neuerrichteten "Régie des Chemins de fer des Territoires occupés" im Besatzungsgebiet durch belg. und franz. Besatzungstruppen (Ruhrbestzung) mit Sitz in Düsseldorf und anschließende Ausweisung eines Großteils der Eisenbahner samt Familien aus dieser Besatzungszone auf Grund der Teilnahme an dem von der Reichsregierung angeordneten "Passiven Widerstandes"
26.09.1923
  Einführung des "Regiebetriebes" unter Aufsicht der belg. und franz. Besatzungstruppen
15.11.1924
  Komplette Übernahme des Anlagen und Betriebes durch die Deutsche Reichsbahn
01.12.1928
  Übernahme der 55 207 und 55 321 vom aufgelösten Bw Wuppertal-Mirke
     
    Triebfahrzeugbestand vom 01.07.1933
55
  139, 153, 206-208, 321, 2587, 2824, 2923*, 2955, 2962*, 3030*,3032*, 3034, 3038, 3116*, 3500*,3582*, 3751, 3790*, 3988*, 4363, 4800, 4814*, 4928, 5101*, 5186, 5189, 5191
57
  1570, 1578, 2162, 2220, 2222, 2234, 2619, 2722, 3215, 3220, 3222, 3241, 3456, 3509-3513
92
  506*, 509*, 528, 532, 533, 589, 591*, 609*, 611*, 644*, 676*, 682*, 715, 716, 742, 744, 751-753, 785, 786, 828
94
  260*, 280*, 281*, 342*, 397*, 508, 514, 526, 589-591, 610, 611, 685, 713, 719, 721, 800, 802, 809
*
  abgestellt
     
1934
  Stilllegung des Rechteckschuppens aus dem Jahre 1891
1935
 

Errichtung eines neuen 2 km nördlich des Betreibsteiles von 1902 gelegenen Bahnbetriebswerkes gegenüber dem Abzw. Vogelsang (Baubegin war bereits 1929):

  • zwei Ringlokschuppen in Stahlskelettbauweise mit 30 bzw. sieben Ständen mit Achsenken in den Ständen 1-3,
  • zwei zweigeteilte 23 m Drehscheiben,
  • eine 200 m lange Großbekohlensanlage der Fa. Beck & Henkel, Kassel mit fahrbaren Portalkran zur Bedienung des Kohlenbunkers und des Schlackensumpfes und einer ebenfalls fahrbahren, drei Gleise überspannende Brücke mit zwei Wiegebunkern (vorbereitet für einen weiteren Wiegebunker),
  • eine 1.000 m² große Ausbesserungshalle mit einem 5t Brückenkran zwischen den Ringlokschuppen,
  • eine dreigleise Rechteckhalle für die Ausbesserung von Schadwagen,
  • ein 40m hoher teilweise verklinkerter Wasserturm mit einem Fassungsvermögen von 500 m³ in Stahlbetonbauweise und einem in 10 m Höhe integriertem elektomechan. Stellwerk für die Bedienung des Bw-Bereichs,
  • Sozial- und Verwaltungsgebäude im rückwärtigen Teil der Rundschuppen

Der Personalbestand beträgt 450 "Köpfe"

     
1936
  Stilllegung des "neuen" Ringlokschuppens aus dem Jahre 1902
01.1940
  Erstmalige Beheimatung von Neubau-Güterzuglokomotiven der Baureihe 50 (50 1545 un 50 1546)
01.1941
 
Abgabe der letzten 57er an Bahnbetriebswerke der "Ostfront",
Übernahme der nach dem I. Weltkrieg an Belgien abgelieferten P8 (6429, 6450, 6475, 6480, 6503, 6505, 6515, 6517, 6520, 6528 und 6540) aus den Depots Antwerpen-Dam, Brügge, Brüssel Süd, Latour, Mons und Schaerbeck
1941
 
Abgabe der letzten 57er an Bahnbetriebswerke der "Ostfront",
Übernahme von belg. Lokomotiven der Gattung P8 (8126, 8144, 8155, 8176, 8188, 8271, 8308, 8345, 8381, 8520, 8591, 8632 und 8670),
Anstieg des Personalbestandes auf 550 Mann
1942
 
Abgabe der letzten Lokomotiven der Baureihe 55.0 an Bahnbetriebswerke der "Ostfront"
05.1943
 
Letzte betriebsfähige 3810 verlassen das Bw Düsseldorf-Derendorf
1943
  Erstmalige Unterhaltung von Kleinloks in Form der Kö 0265, die bis zu ihrer Ausmusterung am 27.07.1975 ununterbrochen ihrer Heimat-Dienststelle treu blieb,
Errichtung einer Tankanlage mit zwei Kesseln á 100 m³ Fassungsvermögen
01.10.1943
 
Erster Luftangriff auf die Bw-Anlagen durch alliierte Streitkräfte auf die Bw-Anlagen, infolge dessen die 38 4027 ausgemustert wird
02.11.1944
 
Starke Mitleidenschaft der Bahnanlagen in Düsseldorf durch alliierte Luftangriffe:
Völlige Zerstörung der Lokstände 1-14 des Rundschuppens I
, die nach dem Krieg nicht wieder aufgebaut werden,
Dacheinsturz der Rechteckhalle sowie starke Beschädigungen an den Behandlungsanlagen
12.1945
 
Abgabe der letzten belgischen P8 6429, 6503, 6505, 6517 und 6528 an ihre Eigentumsverwaltung,
Kurzes Gastspiel der 86 872, 873, 874 vom Bw Lemathe, die bereits zum 11.06.1946 an das Bw Wuppertal-Steinbeck gehen
1946
 
Abgabe der letzeten Lokomotiven der BR 92.5 an die RBD Hamburg
bis 1948
 
Leihweiser Einsatz von 41 081, 083, 087 und 250 von der RBD Wuppertal
     
    Triebfahrzeugbestand vom 01.07.1950
50
  133, 169, 313, 963, 1127, 1314, 1409, 1656, 1730, 1751, 1774, 2200, 2204, 2269, 2302, 2422, 2430, 2565, 2573, 2620, 2755, 2768, 2783, 3020, 3132
55
  1671, 1695, 1699, 1778, 1872, 1945, 1974, 1975, 2059, 2146, 2223, 2736, 2801, 3880
57
  1191, 1484, 2023, 2160, 2185, 2424, 3464
94
  508, 685, 750, 889, 1516, 1586
     
07.12.1950
 
Übernahme der 41 084, 087 und 352 vom Bw Hagen-Eckesey Abgabe bereits wieder zum 18.05.1951
01.11.1951
 
Übernahme des Bw Ratingen West als Lokbahnhof und damit dessen T16.1-Lokbestand (94 713, 802, 892, 1124, 1125, 1366, 1585, 1643, 1649 und 1651)
19.05.1952
 
Umbezeichnung der Lokbahnhöfe (Lokbf) in Bw-Außenstellen (Ast)
05.1953
 
Schließung der Ast Ratingen West mit dessen Lokleitung
05.1954
 
Planeinsatzende für die Lokomotiven der Baureihe 57.10
15.08.1955
 
Abgang der letzten G8 durch Ausmusterung der 55 1872 (z-Stellung am 26.03.1955)
01.04.1960
 
Übernahme der 50 276, 982, 1386, 2336, 2709, 2787, 2914, 3081 und 3122 vom aufzulösenden Bw Opladen
 
1962
  Beginn der Schulungsmaßnahmen für die Lokpersonale auf die Elektrobaureihe E40,
Ausrüstung des Lokstandes 6 des Rundschuppens 1 mit Seitengruben und Gerüsten für die evtl. anfallenden Reparaturen an Lokomotiven der Baureihe E40, die mangels Oberleitung durch Köf´s in den Schuppen bewegt werden
24.01.1963
  Beginn der modernen Dieseltraktion
Anlieferung der fabrikneuen V60 1166 – ihr folgten die V60 1167 bis 1170 am 31.01. und 07.02
05.05.1963
  Beheimatung der fabrikneuen V60 563 und 564 – ihnen folgten die V60 565 bis 568 am 12.05. und 19.05.
13.05.1963
  Stationierung der ersten Köf III in Form der fabrikneuen Köf 11 077
13.05.1963
  Beheim der ersten Köf III in Form der fabrikneuen Köf 11 077
     
    Triebfahrzeugbestand vom 31.05.1964
50
  133, 169, 294, 301, 439, 666, 852, 963, 1314, 1409, 1456, 1502, 1563, 1615, 1656, 2188, 2193, 2286, 2302, 2336, 2408, 2411, 2422, 2557, 2573, 2576, 2783
94
  610, 632, 816, 1207, 1516, 1586, 1638, 1651, 1653
V60
  563-568, 612, 1166-1170, 1194-1197, 1210, 1211, 1241
Köf
  4218, 4684, 5115, 5251, 5271, 5275, 5276, 5280, 6116, 6420, 6439, 6669, 6671
Köf 11
  010, 018, 077, 110
 
   
25.09.1966
 
 
Abgabe der letzten T161 an das Bw Wuppertal-Vohwinkel
 
28.05.1967
 
Ende der Dampflokunterhaltung
Mit Sommerfahrplan verlassen die letzten 50er (50 169, 294, 666, 978, 1231, 1283, 1314, 2408, 2484, 2557, 2573, 2576, 2783 und 2857) in Richtung Bw Wuppertal-Vohwinkel das Bw Düsseldorf-Derendorf
29.05.1967
 
Beheimatung der ersten V90 in Form der fabrikneuen V90 044
01.04.1971
 
Wechsel der Dienststelle zur BD Köln
01.01.1975
 
Übernahme von Dienstfahrzeugen Klv 51 vom Kbw Hagen und vom Bw Krefeld
     
    Triebfahrzeugbestand vom 01.01.1976
260
  564-567, 611
261
  167-170, 194, 196, 210, 211, 241
290
  042, 044, 045, 251, 254, 263, 270, 351, 378
323
  037, 124, 133, 152, 193, 451, 463, 936, 972
324
  012, 021, 027
332
  018, 242
333
  005, 024, 025, 140, 166
     
01.01.1980
 
Zusammenlegung mit dem Bw Düsseldorf Hbf zum Bw Düsseldorf, wobei Derendorf nur ein untergeordneter Betriebsteil blieb,
Übernahme von Dienstfahrzeugen Klv 51 vom Bw Gremberg
01.11.1982
 
Abgabe der Klv-Unterhaltung an das Bw Wuppertal-Steinbeck und Schließung des Betriebsteil Derendorf des inzwischen als Bw Düsseldorf 1 bezeichneten Bahnbetriebswerkes
 
06.1986
  Das endgültige Ende
Verkauf der bereits von der Daimler Benz AG umschlossenen gesamten 90.000 m² großen Bw-Anlage an den Stuttgarter Automobil-Konzern,
anschließender Abriss der Hochbauten für die Erweiterung der Lkw-Produktion
     
   
Heute bilden nur noch drei Lokabstellgleise samt Tankanlage und Aufenthaltsraum die "Meldestelle Derendorf" ca. 700m südlich der einstigen Bw-Anlagen
     
   
     
     
Düs-De
 
bahnamtliches Bezeichnungskürzel 1939
KDD
 
letztes bahnamtliches Bezeichnungskürzel


 
Bahnbetriebswerke
 
Quellenangaben