Bahnbetriebswerk Aachen West
Zeittafel: Bauliche Anlagen Bezeichnungen Beheimatungen

um 1875   Die Bergisch-Märkische-Eisenbahn errichtet eine Betriebswerkstätte mit einem zehnständigen Ringlokschuppen und Drehscheibe, sowie
die nötigen Behandlungsanlagen an der Welkenraether / Ecke Weststraße. Sie kann als Vorläufer des zukünftigen Bw Aachen West
angesehen werden
1897  

Vertrag zwischen der Stadt Aachen und der Königlichen Eisenbahndirektion Köln für die Hochlegung der Gleise und die Beseitigung niveau-
gleicher Bahnübergänge in Aachen, zum Bau eines neuen Zentralbahnhof und die Verlegung des Bahnhofs Templerbend ins Süsterfeld, der
alsbald als Bahnhof Aachen-West oder Westbahnhof bezeichnet werden wird

1906   Beginn der Bauarbeiten, die erst nach Abschluss der Enteignungsverfahren ab 1908 intensiviert werden können
30.10.1910   Inbetriebnahme des neuen Bahnhof Aachen West am Republikplatz als eine großräumige Anlage mit Empfangsgebäude, einem großen
Güterbahnhof mit Zollabfertigung und der Betriebswerkstätte Aachen-West im äußersten Nordwesten der Anlage an der am 17.05.1853
eröffneten Bahnstrecke nach Herzogenrath
    Zu den baulichen Anlagen gehört das Herzstück der Bw-Anlage, ein 16-ständiger Ringlokschuppen in Backsteinbauweise mit Pultdach,
eine direkt an den Lokschuppen angeschlossenen Dreherei mit segmentbogigen Öffnungen und kleinsprossigen Metallfenstern, einem
hochaufragenden Schornstein an der Nordseite, einer vorgelagerten Drehscheibe, einem T-förmigen, eingeschossigen Backsteintrakt für
die Schlosserei, Schreinerei und Magazin. An der Längsseite schließt sich eine zweigleisige Reparaturhalle an.
    Südlich dem Lokschuppen vorgelagert ist die Kohlenbühne zur Versorgung der Lokomotiven mit Kohle angeordnet. Es handelt sich um
ein hoch liegende, durch Erdaufschüttung gewonnene Hochebene, auf das von Süden über eine schiefe Ebene ursprünglich zwei Gleise
führen. Auf der Hochebene befinden sich Kohlenbansen, die von einem Kran mit der durch Waggons gelieferten Kohle gefüllt wurden.
Westlich wird diese Hochebene begrenzt durch eine Stützwand, die im nördlichen Bereich aus vier großen segmentbogigen Öffnungen
mit stürzen in Ziegelmauerwerk und Stützmauerwerk aus Naturstein in regelmäßigem Verband besteht. Südlich schließt sich daran
eine Stützwand aus Beton an.
Die Betriebswerkstätte wird durch die beiden Stellwerke R 2 und R 3 gesteuert. Am Stellwerk R 3 befindet sich ein Unterkunfts- und
Aufenthaltsgebäude für das Zugpersonal.
     
1911   Abbruch der alten Bahnanlagen im Templerbend und der Werkstättenanlagen der ehem. Bergisch-Märkischen-Bahn an der Weststraße
1919   Als Reparationsleistung muss die Bwst Aachen West zahlreiche Lokomotiven an Belgien und Frankreich abgeben
20.03.1922   Mit ministerieller Verfügung werden anstelle der Bezeichnungen Betriebswerkmeisterei (Bwm) und Wagenwerkmeisterei (Wwm)
die Bezeichnungen Bahnbetriebswerk (Bw) bzw. Bahnbetriebswagenwerk (Bww) eingeführt,
Firmierung fortan als Bahnbetriebswerk Aachen West
     
31.10.1925   Triebfahrzeugbestand
 
53   003, 004, 009, 7034 und 7610
55   174, 302, 303, 304, 345, 530, 531, 556, 563, 564, 632, 634, 718, 719, 1127, 3884, 4914,
4917, 5080, 5081, 5082, 5083, 5084, 5085, 5277, 5507, 5508, 5509 und 5510
57   2262, 3491, 3492, 3493, 3494, 3495, 3496, 3497, 3498, 3499, 3500, 3501, 3502 und 3503
58   1102, 1103, 1253, 1861, 2013, 2018 und 2019
89   7246 und 7326
90   042, 048, 074, 093, 101 und 117
91   808
94   356, 392, 393, 394, 398 und 898
     
1940   Austausch der bisherigen Drehscheibe durch eine neue elektrische ø 23 m-Gelenkdrehscheibe der Fa. MSD Deutschland, Dortmund
11.1940   Mit der Anlieferung der fabrikneuen 50 907, 908, 909 und 910 erhält des Bw Aachen West erstmals Einheitslokomotiven dieser Bau-
reihe, denen im Februar 1941 noch 50 791, 792 und 795 und im März 1941 die 50 796 folgen werden
01.04.1941   Die Zahl der Bediensteten im Bw Aachen West weist 410 Köpfe aus
15.04.1944   Erstmalige Beheimatung einer Schnellzuglokomotive, der zuvor beim Bw Aachen Hbf beheimateten 03 1057 (Krupp 2114/1941), die
bereits am 16.05.1944 zum Bw Posen Hbf umbeheimatet werden wird
21.10.1944   Ende der sechswöchigen Kampfhandlungen in Aachen als Folge der Kapitulation der ersten deutschen Großstadt
10.1945   Die Bahnhofs-, Güterbahnhofs- und Bw-Anlagen weisen erhebliche Zerstörungen infolge zahlreicher alliierter Luftangriffen auf,
anschließend beginnen die ersten Aufräum- und Instandsetzungsarbeiten,
Die Wirren der letzten Wochen und Monate des Krieges hatten dem Bw Aachen West zahlreiche, meist betriebsuntaugliche Loko-
motiven unterschiedlichster Baureihen "beschert", die in und um Aachen herum die Abstellgleise "bevölkern".
    In der Folgezeit wird der Güterbahnhof nur teilweise und zudem in reduzierter und veränderter Form wieder aufgebaut, während das
Bahnbetriebswerk weitestgehend wieder aufgebaut werden wird
1950er   Errichtung einer neuen Wartungshalle
     
    Triebfahrzeugbestand im Jahre 1950
 
50   001, 209, 216, 441, 618, 818, 1039, 1146, 1247, 1300, 1326, 1360, 1546,
1808, 1960, 2331, 2368, 2520, 2607, 2704, 2861, 2880 und 3143
52   1536, 3129, 6911*, 7245* und 7654*
55   2552, 2560, 2834, 2903, 3159, 3187, 3256, 3406, 3463, 4116, 4223, 5006, 5103 und 5414
91   1510
94   504 und 699
     
*   z-gestellt
     
10.07.1953   Durch Umbeheimatung der 91 1510 (Henschel 10493/1911) zum Bw Hohenbudberg endet die Beheimatung von preuß. T 93
18.10.1954   Mit Ausmusterung der Kriegslokomotiven 52 1536, 3129, 6911, 7245 und 7654 endet die Eisatzgeschichte in Aachen
     
31.12.1958   Triebfahrzeugbestand
 
50   001, 205, 209, 441, 618, 818, 1039, 1067, 1300, 1326**, 2368, 2520, 2607, 2880 und 3148
55   2552, 2834, 3023, 3406, 4116, 4223, 4553, 4579, 4647, 4965, 5006, 5414 und 5443
93   903*
94   1614
     
*   z-gestellt
**   bereits im Umbau zu 50 4020
     
02.06.1963   Das Bw Aachen Hbf wird als selbständige Dienststelle aufgelöste und dem Bw Aachen West als Außenstelle unterstellt,
Übernahme der Lokomotiven der Gattung preuß. P 8, der 38 2092, 2636, 2721, 3067, 3149, 3381, 3389, 3540, 3598, 3656
und 3970, sowie die der Lokomotiven der Gattung preuß. T 14, 93 702, 896, 984, 985, 1033 und 1141
     
    Die ursprüngliche Bekohlungsanlage mit Hunten wir durch einen Wiegebunker ersetzt
     
31.12.1964   Triebfahrzeugbestand
 
38   2721*, 3067, 3389, 3598, 3656 und 3970
50   001, 466, 622, 629***, 653, 744, 788, 898, 914, 1358, 1524,
1694, 1695, 1713, 1720, 2317, 2368, 2473, 2575 und 2855
55   2799, 3196, 3406, 3566, 3843, 4040, 4116, 4223, 4553,
4663, 4965, 5006 und 5130
93   702, 836, 838, 984, 985 und 1033
     
*   z-gestellt
***   Heizlokomotive
     
06.07.1967   Mit der 38 3155 (Humboldt 1604/1921) verlässt die letzte preuß. P 8 das Bw Aachen West in Richtung Hohenbudberg
01.08.1968   Ausmusterung der letzten preuß. T 14, der 93 985 (Humboldt 1761/1923) per HVB Verfügung vom 21.06.1968
     
01.07.1970   Triebfahrzeugbestand
 
050   220, 610, 622, 787 und 788
051   524, 694 und 713*
052   317, 356, 474, 575, 692 und 855
053   031
055   526, 538, 647, 663, 693 und 756
     
*   z-gestellt
     
28.02.1978   Das Ende einer rheinländischen Bahndienststelle
Schließung des Bw Aachen West und Unterstellung als Bw-Außenstelle des am nächsten Tag durch Zusammenlegung der
ehem. Dienststellen Bw Aachen Hbf, Bw Aachen West und Bw Stolberg eingerichteten neuen Bw Aachen, wobei Stolberg
fortan als Bw-Ast Stolberg bezeichnet, das zunächst nur einen buchmäßigen Bestand ausweisen wird
     
1988   Bei einem starken Sturm wird der Ringlokschuppen so stark beschädigt, dass er bis auf sechs Stände abgerissen werden muss
     
    Die übriggebliebenen Teile der Bw-Anlage, wie Lokschuppen und Drehscheibe sind seither dem Verfall und Vandalismus preisgegeben
     
     
   
Gleisplan (weblink)  
     
     
Aw   bahnamtliches Bezeichnungskürzel 1939
KAW   letztes bahnamtliches Bezeichnungskürzel
f


Bahnbetriebswerke BD Köln     Quellenangaben