Die Signale der Deutschen Reichsbahn
Signalbuch (SB) DV 301 – gültig vom 1. Oktober 1971
 
Allgemeines

Die Signale
 Abweichende und
wegfallende Signale
Schlussbestimmungen
und Anhang

Auf folgender Seite wird die Dienstvorschrift DV 301 (Signalbuch) der Deutschen Reichsbahn in der originalen Fassung vom 16. September 1970, mit Inkrafttreten zum 1. Oktober 1971 vorgestellt. Es sind keine in der nachfolgenden Zeit erschienenen Berichtungen eingearbeit worden. Die Gliederung wurde original übernommen.
Die abgebildeten Signale sind im annähernden Maßstab dargestellt, wo die Übersichtlichleit nicht gewährleistet werden konnte, wurde darauf verzichtet.


 1.   Allgemeines
 

 § 1  Allgemeine Bestimmungen für die Signale
  1. Das Signalbuch enthält die wesentlichen Bestimmungen über die Anwendung und Bedeutung der Signale bei der Deutschen Reichsbahn. Wo das Signalbuch zusätzliche Bestimmungen erfordert, die in verschiedenartigen Einrichtungen und örtlichen Verhältnissen begründet sind, werden sie bekanntgegeben:
        – soweit im Signalbuch vorgeschrieben, im Anhang zu den Fahrdienstvorschriften (AzFV)
        – für die Lichtsignale der Berliner S-Bahn in den Sondervorschriften für die Regelung des Betriebsdienstes auf den Strecken der elektrischen Berliner S-Bahn (SRB), DV 432
        – im übrigen in der Sammlung betriebsdienstlicher Vorschriften (SbV), im Bahnhofsbuch oder in der "Anweisung örtlicher Art".

  2. Die Einführung neuer Signale und alle Abweichungen von den Signalen bedürfen der vorherigen Genehmigung des Ministers für Verkehrswesen. Alle weiteren Änderungen und Ergänzungen des Signalbuches sind vor dem Inkrafttreten dem Minister für Verkehrswesen mitzuteilen.

  3. Die Signale dürfen nur in den vorgeschriebenen Formen, Farben und Klangarten und für den vorgesehenen Zweck verwendet werden.

  4. In der Signalbeschreibung sind die Bezeichnungen rechts und links im Sinne der Fahrtrichtung zu verstehen.

  5. Eine Übersicht der Zeiten, in denen die Nachtzeichen der Signale und die Nachtbeleuchtung der Lichtsignale anzuwenden sind, enthält der Anhang I. Sofern die Nachtzeichen bei unsichtigem Wetter auch am Tage anzuwenden sind, ist dies bei den einzelnen Signalen vorgeschrieben. Als unsichtiges Wetter gelten witterungsbedingte Sichtbehinderungen, wodurch die Tageszeichen der Signale auf eine Entfernung von 100 m nicht mehr deutlich erkennbar sind. Unabhängig davon ist es zulässig, auch in anderen Fällen die Nachtzeichen - insbesondere der Handsignale – am Tage anzuwenden, wenn dadurch die Signalaufnahme verbessert werden kannIst während des Beleuchtungszeitraumes das Nachtzeichen eines Signals vollständig oder teilweise erloschen, das Tageszeichen aber zweifelsfrei erkennbar, so gilt das Tageszeichen.

  6. Ist während des Beleuchtungszeitraumes das Nachtzeichen eines Signals vollständig oder teilweise erloschen,das Tageszeichen zweifelsfrei erkennbar, so gilt das Tageszeichen. Siehe hierzu auch $ 52 Absätze 6 und 7 der FV.
  7. Wird im Einzelfall ein Signal nicht deutlich wahrgenommen, so muss die Bedeutung angenommen werden, die die größte Vorsicht erfordert.

  8. Die durch Signale vorgeschriebenen Geschwindigkeiten gelten, sofern nicht im Fahrplan, durch einen anderen schriftlichen Auftrag (Zusammenstellung der vorübergehend eingerichteten Langsamfahrstellen und sonstigen Besonderheiten (La), Befehl, Bremszettel) oder durch andere Signale eine niedrigere Geschwindigkeit vorgeschrieben wird.

  9. Lichtsignale, die ein weißes Kennlicht zeigen, gelten fahrdienstlich als nicht vorhanden. Durch sie wird weder ein Fahr- noch ein Haltauftrag erteilt.

  10. Lichthauptsignale, Lichtsignale der Berliner S-Bahn und Lichtsperrsignale sind durch Mastschilder gekennzeichnet. Hinsichtlich der Mastschilder an Überwachungssignalen der Wegübergangssicherungsanlagen wird auf § 65 Absätze 9 und 13 verwiesen.

  11. An einem durch ein weiß-rot-weißes Mastschild gekennzeichneten Lichtsignal, das Halt oder zweifelhaftes Signalbild zeigt oder erloschen ist, darf ein Zug nur auf Ersatzsignal, Befehl »Ab«, Befehl »Bc«, Signal »Zs 8« oder mündlichen bzw. fernmündlichen Auftrag bei Signal »Zs 2« vorbeifahren. Auf Strecken mit automatischem Streckenblock darf der Zug auf Ersatzsignal jedoch erst vorbeifahren, nachdem er vor dem Signal gehalten und der Triebfahrzeugführer das Mastschild eindeutig erkannt hat.

         




  12. An einem durch ein rotes Mastschild gekennzeichneten Lichthauptsignal oder Lichtsignal der Berliner S-Bahn, das Halt oder zweifelhaftes Signalbild zeigt oder erloschen ist, darf ein Zug, nachdem er gehalten und der Triebfahrzeugführer das Mastschild eindeutig erkannt hat, auf Ersatzsignal, Befehl Ab oder mündlichen bzw. fernmündlichen Auftrag bei Signal »Zs 2« vorbei- und permissiv weiterfahren. Hinsichtlich des Verhaltens beim permissiven Fahren wird auf Abs. 14 verwiesen. Soll der Zug das falsche Gleis befahren, so erhält er zur Vorbeifahrt am Signal Befehl »Bc« oder Signal »Zs 8«; die Bestimmungen für das permissive Fahren gelten dann nicht,




  13. An einem durch ein weiß-schwarzweiß-schwarz-weißes Mastschild gekennzeichneten Lichthauptsignal oder Lichtsignal der Berliner S-Bahn, das Halt oder zweifelhaftes Signalbild zeigt oder erloschen ist, darf ein Zug, nachdem er gehalten und der Triebfahrzeugführer das Mastschild eindeutig erkannt hat, ohne Auftrag permissiv vorbeiund weiterfahren. Hinsichtlich des Verhaltens beim permissiven Fahren wird auf Abs.14 verwiesen.





  14. Nach Vorbeifahrt an einem durch ein rotes oder weiß-schwarz-weiß-schwarzweißes Mastschild gekennzeichneten Lichthauptsignal oder Lichtsignal der Berliner S Bahn, das Halt oder zweifelhaftes Signalbild zeigt oder erloschen ist, ist bis zum nächsten Hauptsignal so vorsichtig - bei Dunkelheit oder unsichtigem Wetter mit höchstens 15 km/h - weiterzufahren, dass der Zug vor einem etwa auftretenden Hindernis mit Sicherheit zum Halten gebracht werden kann. Bemerkt der Triebfahrzeugführer in seinem Fahrgleis einen Zug, so darf er vorsichtig bis auf 200 m an diesen heranfahren. Fährt der vorliegende Zug weiter, so darf diesem nur bis zum nächsten Hauptsignal und im Abstand von mindestens 200 m gefolgt werden.
    Ist das nächste Hauptsignal ein Lichtsignal mit einem weiß-schwarz-weißschwarz-weißen Mastschild, so ist auch bei Fahrtstellung dieses Signals mit gleicher Vorsicht bis zu dem dann folgenden Hauptsignal weiterzufahren. Vom permissiven Fahren ist möglichst die nächste Zugmeldestelle zu verständigen, bei durchfahrenden Zügen durch Zuruf. Der Triebfahrzeugführer hat dies durch einen Achtungspfiff anzukündigen.
    Hinsichtlich des Verhaltens bei Signal »Zs 9« wird auf § 13 Absätze 2 und 3 verwiesen.
    Für Züge, die beim Befahren des falschen Gleises und beim zeitweise eingleisigen Behelfsbetrieb das Gleis entgegen der gewöhnlichen Fahrtrichtung befahren, gelten die Bestimmungen für das permissive Fahren nicht.

  15. Die Maste der Formhauptsignale sind zur besseren Erkennbarkeit rot-weiß gekennzeichnet. Diese Kennzeichnung hat keine fahrdienstliche Bedeutung.

  16. Ein ungültiges ortsfestes Signal ist durch ein weißes Kreuz mit schwarzem Rand gekennzeichnet, oder es ist verdeckt. Außerdem werden ungültige Formsignale bei Dunkelheit nicht beleuchtet, ungültige Lichtsignale gelöscht.
    Bei mehreren Lichtsignalen an einem Signalträger (mehrere Signalschirme) werden alle Signale durch das Kreuz ungültig.

    Beispiele für die Kennzeichnung ungültiger Signale:


  17.                                   




 
Die Signale  

 
  Hf
Form-Haupstsignale
Vf
Form-Vorsignale
Hl Lichthaupt- und
Lichtvorsignale
Sv
Signalverbindungen
Zs
Zusatzsignale
Gsp
Gleissperrsignale
  El
Fahrleitungssignale
Sp
Schiebedienstsignale
Lf
Langsamfahrsignale
Sh
Schutzhaltsignale
Zp
Signale für Zugpersonal
Pf
Pfeifsignale
  Ra
Signale für Rangierdienst
Wn
Weichensignale
Zg
Signale an Zügen
Fz Signale an
einzelnen Fahrzeugen
Zm
Zugmeldesignale
Wa
Warnsignale
  So
Sonstige Signale
         





 2.  Haupt- und Vorsignale
 

 § 2  Allgemeine Bestimmungen
  1. Haupt- und Vorsignale gelten für Züge. Hinsichtlich der Gültigkeit der Halt zeigenden Hauptsignale für Rangierabteilungen wird auf § 3 Abs. 6 und § 5 Abs. 24 verwiesen.

  2. Hauptsignale sind
        Einfahrsignale,
        Ausfahrsignale,
        Zwischensignale (Hauptsignale innerhalb des Bahnhofs, die keine Einfahr- / Ausfahrsignale sind),
        Blocksignale und
        Deckungssignale vor Gefahrpunkben auf freier Strecke.

  3. Die Hauptsignale stehen in der Regel unmittelbar rechts neben oder über dem Gleis, zu dem sie gehören. Die für den Gleiswechselbetrieb oder den signalisierten Falschfahrbetrieb aufgestellten Blocksignale der Abzweigstellen und Einfahrsianale stehen unmittelbar links neben oder über dern zugehörigen Gleis; Abweichungen hiervon bedürfen der vorherigen Genehmigung des Ministeriums für Verkehrswesen. Hauptverwaltung des Siche-rungs- und Fernmeldewesens der Deutschen Reichsbahn. Hinsichtlich der Kennzeichnung der Hauptsignale, die nicht unmittelbar rechts neben oder über dem Gleis stehen, durch Schachbrettafel (Signal So 2) wird auch auf § 53 verwiesen. Abweichende Standorte der Hauptsignale bei Bauzuständen sind außerdem in der La bekanntzugeben.

  4. Die Grundstellung der Hauptsignale ist die Stellung "Halt".
    Ausnahmen sind zulässig für
        a) Hauptsignale auf Strecken mit automatischem Streckenblock
        b) Hauptsignale von Betriebsstellen, die für regelmäßig wiederkehrei Zeitabschnitte ausgeschaltet sind (siehe § 41 Abs. 2 der FV). Diese Hauptsignale sind während der Ausschaltzeit auf Fahrt zu stellen und zu beleuchten.

  5. Das Vorsignal steht in der Regel im Abstand des für die Strecke festgelegten Bremsweges vor dem zugehörigen Hauptsignal. Der Standort Vorsignals ist durch ein Signal »So 3« gekennzeichnet; Ausnahmen siehe §54 Absätze 2 und 3. Der Regelbremswegabstand ist im AzFV, Teil I, angegeben. Die Vorsignale, die in einem um mehr als 5 % verkürzten Bremswegabstand stehen, sind durch das Signal »So 3e« bzw. »So 3d« gekennzeichnet (siehe § 54 Abs. 1).
    Hinsichtlich der Ankündigung der Vorsignale durch Vorsignalbaken wird auch auf § 55 verwiesen.

  6. Die Vorsignale stehen unmittelbar rechts neben oder über dem zugehörigen Gleis. Hinsichtlich Abweichungen bei Bauzuständen wird auch auf § 54 Abs. 3 verwiesen. Die Vorsignale für den Gleiswechselbetrieb oder den signalisierten Falschfahrbetrieb stehen unmittelbar links neben oder über dem zugehörigen Gleis; wegen der Genehmigung von Abweichungen gilt Abs. 3 sinngemäß.

  7. Vor Hauptsignalen, die nicht aus der vorgeschriebenen Entfernung sichtbar sind, ist ein Lichtvorsignalwiederholer aufgestellt, sofern keine anderen Sicherungsmaßnahmen getroffen wurden. Der Lichtvorsignalwiederholer ist am Mast durch eine Tafel nach folgendem Bild gekennzeichnet.




    Vor Lichtsignalwiederholern sind keine »So 3« und »So 4« aufgestellt.

  8. Im Bahnhofsbuch darf festgelegt werden, dass bei Ausfahr- und Zwischensignalen die Lichtsignale und die Nachtzeichen der Formsignale zu löschen sind, wenn die Signale betriebsdienstlich nicht gebraucht werden. Wenn Hauptsignale eine Gruppe bilden, müssen sie jedoch gleichzeitig leuchten. Die Nachtzeichen zweiflügeliger Formhauptsignale dürfen nur gleichzeitig gelöscht werden.


 
 § 3  Formhauptsignale (Hf)
  1. Formhauptsignale bestehen aus einem Mast, an dem als Tageszeichen ein oder zwei Flügel und als Nachtzeichen ebensoviel Laternen angebracht sind.

  2. Wo das Leuchten der Signallaternen auch von rückwärts erkennbar sein soll, zeigen die rotleuchtenden und die abgeblendeten Laternen nach rückwärts mattweißes volles Licht, die grün- und die gelbleuchtenden Laternen mattweißes Sternlicht.

  3. Die Nachtzeichen der Formhauptsignale sind bei unsichtigem Wetter auch am Tage anzuwenden.



  4.         Signal Hf 0 – Halt


    Tageszeichen

    Ein weißer, rotumrandeter Signalflügel, bei zweiflügligen Signalen der obere, zeigt waagerecht nach rechts.


    Nachtzeichen
    Ein rotes Licht.


  5. Hinsichtlich der Vorbeifahrt eines Zuges auf Ersatzsignal wird auf § 7 und § 70 (Signale »Zs 1« und »Zs 101«), wegen der Vorbeifahrt auf mündlichen oder fernmündlichen Auftrag wird auf § 8 (Signal »Zs 2«) verwiesen.

  6. Das Signal »Hf 0« gilt auch für Rangierabteilungen, sofern am Mast kein Signal »Zs 3« angebracht ist. Zeigt ein solches für Rangierabteilungen gültiges Hauptsignal bei Annäherung einer Rangierabteilung noch einen Fahrtbegriff, dann ist anzuhalten und das Erscheinen des Signals »Hf 0« abzuwarten. Bei zweifelhaftem oder erloschenem Signal verhält sich die Rangierabteilung wie an einem Halt zeigenden Signal. Bevor mit der Spitze einer Rangierabteilung an einem für sie gültigen Signal »Hf 0« vorbeigefahren werden darf, muss der Stellwerks- oder Weichenwärter für begleitete Rangierabteilungen eine Zustimmung und für unbegleitete Rangierabteilungen einen Fahrauftrag gegeben haben. Die Zustimmung oder der Fahrauftrag wird durch ein Rangierfahrt- oder GLeissperr-signal, das bis zu 5 m vor dem Formhauptsignal stehen darf, nach den Bestimmungen des § 41 bzw. § 14 erteilt.



  7.         Signal Hf 1 – Fahrt mit Höchstgeschwindigkeit


    Tageszeichen

    Ein Signalflügel, bei zweiflügeligen Signalen der obere, zeigt schräg nach rechts aufwärts unter einem Winkel von etwa 45°.


    Nachtzeichen
    Ein grünes Licht.




  8.         Signal Hf 2 – Fahrt mit Geschwindigkeitsbeschränkung auf 40 km/h


    Tageszeichen

    Zwei Signalflügel zeigen schräg nach rechts aufwärts unter einem Winkel von etwa 45°.


    Nachtzeichen
    Ein grünes und senkrecht darunter ein gelbes Licht.
    Rückansicht                        


  9. Hinsichtlich der Geschwindigkeitsanzeige durch die Signale »Zs 5« bzw. »Zs 105« wird auf § 11 bzw. § 70 verwiesen.

  10. Die Geschwindigkeitsbeschränkung ist vom Hauptsignal ab im anschließenden Weichenbereich einzuhalten. Der Weichenbereich endet
        – bei Einfahrten am Halteplatz des Zuges oder am nächsten Hauptsignal
        – bei Ausfahrten oder an Abzweigstellen hinter der letzten zu befahrenden Weiche.





 
 § 4  Formvorsignale  (Vf)
  1. Die Formvorsignale bestehen aus einem Mast, an dem als Tageszeichen eine klappbare, runde, gelbe Scheibe mit schwarzem Ring und weißem Rand angebracht ist. Unter der Scheibe kann außerdem ein weißer, pfeilförmiger Zusatzflügel mit rotem Rand vorhanden sein. Als Nachtzeichen erscheinen ein bzw. zwei Lichter. Bei Vorsignalen an Signalbrücken 'und Signalauslegern befindet sich der Zusatzflügel über der Scheibe.

  2. Die Nachtzeichen der Vorsignale müssen so lange leuchten wie die der zugehörigen Hauptsignale.

  3. Die Nachtzeichen der Signale »Vf 0«, »Vf 1« und »Vf 1/2«, die an Hauptsignalen stehen, zeigen an Stelle des einen Lichtes in gleicher Farbe zwei nach rechts steigende Lichter.

  4. Das Leuchten der Signallaternen ist von rückwärts durch mattweißes Licht erkennbar.



  5.                Signal Vf 0 – "Halt" erwarten

    Tageszeichen

    Eine runde steht senkrecht. Wo ein Zusatzflügel vorhanden ist, zeigt er mit der Spitze senkrecht nach unten.


    Nachtzeichen
    Ein gelbes oder
    zwei gelbe Lichter nach rechts steigend.





  6.         Signal Vf 1 – "Fahrt mit Höchstgeschwindigkeit" erwarten

    Tageszeichen
    Eine runde liegt waagerecht. Der Zusatzflügel zeigt mit der Spitze senkrecht nach unten.


    Nachtzeichen
    Ein grünes Licht oder zwei grüne Lichter nach rechts steigend.





  7. Signal Vf 1/2 – "Fahrt mit Höchstgeschwindigkeit" oder "Fahrt mit Geschwindigkeitsbeschränkung auf 40 km/h" erwarten

    Tageszeichen
    Eine runde liegt waagerecht.


    Nachtzeichen
    Ein grünes Licht oder zwei grüne Lichter nach rechts steigend.

  8. Das Signal »Vf 1/2« wird an zweibegriffigen Formvorsignalen gezeigt.





  9. Signal Vf 2 – "Fahrt mit Geschwindigkeitsbeschränkung auf 40 km/h" erwarten

    Tageszeichen

    Eine runde steht senkrecht, der Zusatzflügel zeigt mit der Spitze schräg nach rechts abwärts.


    Nachtzeichen
    Ein grünes Licht und nach rechts steigend ein gelbes Licht.





 
 § 5  Lichthaupt- und Lichtvorsignale  (Hl)
  1. Die Lichthaupt- und Lichtvorsignale bestehen aus bei Tag und bei Dunkelheit leuchtenden Lampen, die an einem Signalschirm angebracht sind. Hinsichtlich der Kennzeichnung der Lichthauptsignale durch Mastschilder wird auch auf § 1 Absätze 11 bis 13 verwiesen.

  2. Ein Lichthaupt- oder Lichtvorsignal mit einem Licht-ausgenommen das Haltsignal - zeigt an, dass die im Fahrplan festgelegte Höchstgeschwindigkeit entweder beibehalten werden darf (ein grünes Standlicht) oder so vermindert werden muss dass die vorangezeigte Geschwindigkeit am nächsten Signal nicht überschritten wird (ein grünes oder gelbes Blinklicht oder ein gelbes Standlicht).

  3. Bei einem Lichthauptsignal, das aus zwei Lichtern besteht, zeigt das untere Licht die Geschwindigkeit an, die am Signal nicht überschritten werden darf. Ist anschließend ein Weichenbereich vorhanden, dann gilt die Geschwindigkeitsanzeige vom Signal ab im anschließenden Weichenbereich (siehe § 3 Abs. 10). Dem unteren gelben Licht kann ein gelb- oder grünleuchtender Lichtstreifen zugeordnet sein. Das obere Licht gibt die Geschwindigkeitan, die am nächsten Signal nicht überschritten werden darf.

  4. Lichtvorsignale sind zur Unterscheidung von den Lichthauptsignalen durch die Vorsignaltafel (Signal »So 3«) kenntlich gemacht.
    An den Lichtvorsignal kann nur das Signal »Hl 1«, »Hl 4«, »Hl 7« oder »Hl 10« erscheinen.
    Für die Kennzeichnung der Lichtvorsignale im verkürzten Bremswegabstand gilt § 2 Abs. 5, für die Lichtvorsignalwiederholer § 2 Abs. 7.

  5. Eine übersichtliche Darstellung der Signale enthält der Anhang II.




  6. Signal Hl 1 – Fahrt mit Höchstgeschwindigkeit


    Tages- und Nachtzeichen
    Ein grünes Licht.






  7. Signal Hl 2 – Fahrt mit 100 km/h, dann mit Höchstgeschwindigkeit


    Tages- und Nachtzeichen
    Ein gelbes Licht mit einem grünen Lichtstreifen, darüber ein grünes Licht.






  8. Signal Hl 3a – Fahrt mit 40 km/h, dann mit Höchstgeschwindigkeit


    Tages- und Nachtzeichen
    Ein gelbes Licht, darüber ein grünes Licht.






  9. Signal Hl 3b –Fahrt mit 60 km/h, dann mit Höchstgeschwindigkeit


    Tages- und Nachtzeichen
    Ein gelbes Licht mit einem gelben Lichtstreifen, darüber ein grünes Licht.






  10. Signal Hl 4 – Höchstgeschwindigkeit auf 100 km/h ermäßigen


    Tages- und Nachtzeichen
    Ein grünes Blinklicht.






  11. Signal Hl 5 – Fahrt mit 100 km/h


    Tages- und Nachtzeichen
    Ein gelbes Licht mit grünem Lichtstreifen, darüber ein grünes Blinklicht.






  12. Signal Hl 6a – Fahrt mit 40 km/h, dann mit 100 km/h


    Tages- und Nachtzeichen
    Ein gelbes Licht, darüber ein grünes Blinklicht.






  13. Signal Hl 6b – Fahrt mit 60 km/h, dann mit 100 km/h


    Tages- und Nachtzeichen
    Ein gelbes Licht mit gelben Lichtstreifen, darüber ein grünes Blinklicht.






  14. Signal Hl 7 – Höchstgeschwindigkeit auf 40 km/h (60 km/h) ermäßigen


    Tages- und Nachtzeichen
    Ein gelbes Blinklicht.






  15. Signal Hl 8 – Geschwindigkeit 100 km/h auf 40 km/h (60 km/h) ermäßigen


    Tages- und Nachtzeichen
    Ein gelbes Licht mit grünen Lichtstreifen, darüber ein gelbes Blinklicht.






  16. Signal Hl 9a – Fahrt mit 40 km/h, dann mit 40 km/h (60 km/h)


    Tages- und Nachtzeichen
    Ein gelbes Licht, darüber ein gelbes Blinklicht.






  17. Signal Hl 9b – Fahrt mit 60 km/h, dann mit 40 km/h (60 km/h)


    Tages- und Nachtzeichen
    Ein gelbes Licht mit gelben Lichtstreifen, darüber ein gelbes Blinklicht.






  18. Signal Hl 10 – "Halt" erwarten


    Tages- und Nachtzeichen
    Ein gelbes Licht.






  19. Signal Hl 11 – Geschwindigkeit 100 km/h ermäßigen, "Halt" erwarten


    Tages- und Nachtzeichen
    Ein gelbes Licht mit grünen Lichtstreifen, darüber ein gelbes Licht.






  20. Signal Hl 12a – Geschwindigkeit 40 km/h ermäßigen, "Halt" erwarten


    Tages- und Nachtzeichen
    Zwei gelbe Lichter übereinander.






  21. Signal Hl 12b – Geschwindigkeit 60 km/h ermäßigen, "Halt" erwarten


    Tages- und Nachtzeichen
    Ein gelbes Licht mit gelben Lichtstreifen, darüber ein gelbes Licht.






  22. Signal Hl 13 – "Halt" !


    Tages- und Nachtzeichen
    Ein rotes Licht.


  23. Hinsichtlich der Vorbeifahrt eines Zuges am Halt zeigenden Lichthauptsignal auf Ersatzsignal wird auf § 7 (Signal »Zs 1«) und auf mündlichen oder fernmündlichen Auftrag auf § S (Signal »Zs 2«) verwiesen. Hinsichtlich der Vorbeifahrt eines Zuges an einem Halt zeigenden Lichthauptsignal mit weiß-schwarz-weiß-schwarz-weißem Mastschild wird auf § 1 Abs. 13 verwiesen.

  24. Das Signal »Hl 13« gilt auch für Rangierabteilungen. Zeigt das Lichthauptsignal bei Annäherung einer Rangierabteilung noch einen Fahrtbegriff, dann ist anzuhalten und das Erscheinen des Signals »Hl 13« abzuwarten. Bei zweifelhaftem oder erloschenem Signal verhält sich die Rangierabteilung wie an einem Halt zeigenden Signal. Bevor mit der Spitze einer Rangierabteilung an einem Lichthauptsignal vorbeigefahren werden darf, muss der Stellwerks- oder Weichenwärter für begleitete Rangierabteilungen eine Zustimmung und für unbegleitete Rangierabteilungen einen Fahrauftrag gegeben haben. Die Zustimmung bzw. der Fahrauftrag wird durch Signal »Ra 12« nach den Bestimmungen des § 41 erteilt.





 
 § 6  Lichtsignale (Signalverbindungen) der Berliner S-Bahn  (Sv)
  1. Die Lichtsignale der Berliner S-Bahn sind Signalverbindungen. Die Lichter links stellen das Hauptsignal dar. Sie zeigen an, ob oder mit welcher Geschwindigkeit der unmittelbar hinter dem Signal liegende Gleisabschnitt von einem Zug befahren werden darf. Die Lichter rechts stellen das Vorsignal für das nächstfolgende Hauptsignal dar.

  2. Die Signale stehen unmittelbar rechts oder links neben oder zugehörigen Gleis.

  3. Ist die Entfernung zweier aufeinanderfolgender Sv-Signale geringer als der Bremsweg für die angezeigte Geschwindigkeit, so zeigen die Signale »Sv 2« und »Sv 8« zusätzlich einen nach unten zeigenden, weißleuchtenden Pfeil (Bremspfeil).



  4. Signal Sv 1 – Fahrt mit Höchstgeschwindigkeit -
    "Fahrt mit Höchstgeschwindigkeit" erwarten



    Tages- und Nachtzeichen
    Zwei grüne Lichter waagerecht nebeneinander.






  5.            Signal Sv 2 – Fahrt mit Höchstgeschwindigkeit -
    "Halt" erwarten



    Tages- und Nachtzeichen
    Zwei grüne Lichter waagerecht nebeneinander.


  6. Hinsichtlich der Anwendung des Bremspfeils wird auf Abs. 3 verwiesen.



  7.    Signal Sv 3

    – B
    leibt offen –
     Siehe aber Signal »Sv 103« im § 69.






  8. Signal Sv 4 – Halt !

    Tages- und Nachtzeichen
    Ein rotes Licht.


  9. Ein Zug darf am Signal »Sv 4« nur vorbeifahren, wenn er dazu durch Ersatzsignal, durch Befehl »Ab« oder »Bc« oder bei Signal »Zs 2« durch mündlichen bzw. fernmündlichen Auftrag aufgefordert wird.


  10. Das Signal »Sv 4« gilt auch für Rangierabteilungen. Zeigt das Sv-Signal bei Annäherung einer Rangierabteilung noch einen Fahrtbegriff, dann ist anzuhalten und das Erscheinen des Signals »Sv 4« abzuwarten. Bei zweifelhaftem oder erloschenem Signal verhält sich die Rangierabteilung wie an einem Halt zeigenden Signal.
    Bevor mit der Spitze einer Rangierabteilung am Signal »Sv 4« vorbeigefahren werden darf, muss der Stellwerks- oder Weichenwärter den Haltauftrag durch Rangierfahrtsignal »Ra 12« aufgehoben haben. Hinsichtlich des Fahrauftrags für die am Bahnsteig haltenden Rangierabteilungen wird auf die Sondervorschriften für die Regelung des Betriebsdienstes auf den Strecken der elektrischen Berliner S-Bahn (SRB), DV 432, verwiesen.



  11. Signal Sv 5 – Fahrt mit Höchstgeschwindigkeit -
    "Fahrt mit Geschwindigkeitsbeschränkung" erwarten



    Tages- und Nachtzeichen
    Links ein grünes Licht, rechts daneben in gleicher Höhe ein grünes Licht und senkrecht darunter ein gelbes Licht.






  12. Signal Sv 6 – Fahrt mit Geschwindigkeitsbegrenzung auf 40 km/h -
    "Fahrt mit Höchstgeschwindig" erwarten -



    Tages- und Nachtzeichen
    Links ein grünes Licht und senkrecht darunter ein gelbes Licht, rechts in Höhe des oberen Lichts ein grünes Licht.


  13. Hinsichtlich der Geschwindigkeitsanzeige durch Signal »Zs 5« oder Signal »Zs 105« wird auf § 11 oder § 70 verwiesen.




  14. Signal Sv 7 – Fahrt mit Geschwindigkeitsbegrenzung auf 40 km/h -
    "Fahrt mit Geschwindigkeitsbeschränkung" erwarten



    Tages- und Nachtzeichen
    Links ein grünes Licht und senkrecht darunter ein gelbes Licht, rechts daneben in gleicher Höhe die gleichen Lichter.


  15. Hinsichtlich der Geschwindigkeitsanzeige durch Signal »Zs 5« oder Signal »Zs 105« wird auf § 11 oder § 70 verwiesen.




  16.            Signal Sv 8 – Fahrt mit Geschwindigkeitsbegrenzung auf 40 km/h -
    "Halt" erwarten



    Tages- und Nachtzeichen
    Links ein grünes Licht und senkrecht darunter ein gelbes Licht, rechts in Höhe des oberen linken Lichts ein gelbes Licht.


  17. Hinsichtlich der Geschwindigkeitsanzeige durch Signal »Zs 5« oder Signal »Zs 105« wird auf § 11 oder § 70 verwiesen.

  18. Hinsichtlich der Anwendung des Bremspfeils wird auf Abs. 3 verwiesen.

  19. Die durch die Signale »Sv 6« bis »Sv 8« angezeigte Geschwindigkeitsbeschränkung ist vom Sv-Signal ab im anschließenden Weichenbereich (siehe § 3 Abs. 10) einzuhalten.





 
 3.   Zusatzsignale für Hauptsignale  (Zs)
 

 § 7

  1. Signal Zs 1 – Ersatzsignal
    Am Halt zeigenden Hauptsignal vorsichtig vorbeifahren.


    Tages- und Nachtzeichen
    Ein weißes Blinklicht.


  2. Das Ersatzsignal gilt für Züge. Es wird am Hauptsignal gezeigt und blinkt nach jedesmaligen Anschalten 30 bis 90 Sekunden.

  3. Der Triebfahrzeugführer darf am Hauptsignal ohne Halt vorsichtig vorbeifahren (siehe Abs. 5), wenn er das Aufblinken des Ersatzsignals wahrgenommen hat. Auf Strecken mit automatischem Streckenblock darf jedoch an einem durch rotes oder weiß-rot-weißes Mastschild gekennzeichneten Lichthauptsignal oder an einem Formhauptsignal erst dann vorbeigefahren werden, wenn das Ersatzsignal erscheint, nachdem der Zug vor dem Hauptsignal zum Halten gekommen ist.

  4. Das Ersatzsignal gilt auch, wenn es erlischt, bevor die Spitze des Zuges am Signal vorbeigefahren ist.

  5. Das Signal schreibt eine Geschwindigkeit von höchstens 40 km/h vom Hauptsignal ab im anschließenden Weichenbereich (siehe § 3 Abs. 10) vor. Ist anschließend kein Weichenbereich vorhanden, schreibt das Signal keine Geschwindigkeitsbeschränkung vor. Hinsichtlich der beim permissiven Fahren zu beachtenden Geschwindigkeiten wird auf § 1 Abs. 14 verwiesen.

  6. Beim Versagen des Ersatzsignals muss Befehl »Ab« zur Vorbeifahrt am Halt zeigenden Hauptsignal ausgestellt werden.

  7. Das Ersatzsignal darf auch angewandt werden, um Züge zur Vorbeifahrt an einem erloschenen Lichthauptsignal oder an einem zweifelhaftes Signalbild zeigenden Hauptsignal zu beauftragen. Im Falle des § 41 Abs. 28 der FV - Haltstellung eines Hauptsignals nicht möglich - gilt das Ersatzsignal für die Vorbeifahrt am gestörten Hauptsignal und an der Haltscheibe des Wärterhaltsignals.





  8. Signal Zs 1 H – Handersatzsignal
    Vom falschen Gleis vorsichtig ein- oder weiterfahren.

    Tages- und Nachtzeichen
    Langsames waagerechtes Bewegen eines grünen Lichtes mehrmals hin und her.


  9. Das Handersatzsignal erlaubt einem Zug auf falschem Gleis, ohne Halt am Standort des Einfahrsignals oder des Blocksignals der Abzweigstelle vorsichtig ein- oder weiterzufahren: es hebt den durch Befehl Bd erteilten Haltauftrag auf.

  10. Das Signal wird beim Befahren des falschen Gleises von denjenigen Betriebsstellen der Bahnhöfe und denjenigen Abzweigstellen angewandt, für die es von der Reichsbahndirektion zugelassen und im Bahnhofsbuch oder in den "Anweisungen örtlicher Art" geregelt ist.

  11. Das Signal wird in der Regel vom ersten am Fahrweg liegenden Fahrdienstleiter- oder Wärterposten gegeben. Der Auftrag zum Geben des Signals wird an den Wärter durch den zuständigen Fahrdienstleiter für jeden Einzelfall (ohne schriftlichen Nachweis) besonders erteilt, wenn der Fahrweg gesichert und ggf. die Meldung des auf auf Wärters eingegangen ist. Der Auftrag darf nicht erteilt werden, wenn einer weiteren einmündenden Strecke mit der Annäherung eines Zuges falschem Gleis zu rechnen ist.

  12. Die Aufnahme des Signals ist vom Triebfahrzeugführer durch das Signal »Zp 1« zu bestätigen.

  13. Das Signal schreibt eine Geschwindigkeit von höchstens 40 km/h vom Standort des Einfahrsignals oder des Blocksignals der Abzweigstelle ab im anschließenden Weichenbereich (siehe § 3 Abs. 10) vor.

  14. Kann oder darf das Handersatzsignal nicht angewandt werden, erhält der Zug Befehl Ac.


 § 8


  1. Signal Zs 2 – M-Tafel
    Am Halt zeigenden Hauptsignal auf mündlichen oder fernmündlichen Auftrag vorsichtig vorbeifahren.

    Formsignal
    Eine weiße Tafel mit rotem Rand und rotem »M« in Schreibschrift.

  2. Die M-Tafel gilt für Züge und ist am zugehörigen Hauptsignal angebracht.

  3. Der Triebfahrzeugführer darf nach dem Halten auf mündlichen oder fernmündlichen Auftrag des Fahrdienstleiters oder der Aufsicht am Hauptsignal vorbeifahren. Wegen der Geschwindigkeit ist § 7 Abs. 5 zu beachten.

  4. Die M-Tafel erlaubt auch, an einem erloschenen Lichthauptsignal oder an einem zweifelhaftes Signalbild zeigenden Hauptsignal auf mündlichen oder fernmündlichen Auftrag vorsichtig vorbeizufahren.


 § 9

  1. Signal Zs 3 – Rautentafel
    Das Halt zeigenden Hauptsignal gilt nicht für Rangierabteilungen.

    Formsignal
    Eine rechteckige, schwarze Tafel mit weißen Rauten.


  2. Die Rautentafel ist am Hauptsignal angebracht. Soweit die Hauptsignale nicht auf Signalbrücken oder Auslegern stehen, befindet sie sich in Pufferhöhe.


 § 10

  1. Signal Zs 4 – Richtungsanzeiger
    Die Fahrstraße führt in die angezeigte Richtung.

    Lichtsignal
    Ein weißleuchtender Buchstabe.


  2. Der Richtungsanzeiger ist am Hauptsignal angebracht oder unmittelbar davor aufgestellt. Er gibt in der Regel durch den Anfangsbuchstaben des nächsten größeren Knotenbahnhofs an, für welche Fahrtrichtung das Hauptsignal auf Fahrt steht. Er wird auch angewandt, wenn dem Triebfahrzeugführer bei größeren Bahnhöfen die Einfahrt in einen bestimmten Bahnhofsteil (z.B. Rangier- oder Personenbahnhof) angezeigt werden soll.

  3. Der Richtungsanzeiger kann durch einen Richtungsvoranzeiger angekündigt werden. Dieser hat das gleiche Aussehen und ist am Vorsignal oder hinter dem Vorsignal oder letzten Hauptsignal aufgestellt.


 § 11 Geschwindigkeitsanzeiger, Stumpfgleis- und Frühhaltanzeiger

  1. Signal Zs 5 – Geschwindigkeitsanzeiger
    Das Signal »Hf 2«, »Sv 6«, »Sv 7« bzw. »Sv 8« läßt eine Geschwindigkeit von 60 km/h zu.

    Formsignal
    Eine gelbe Kennzahl »6« auf dreieckiger , schwarzer Tafel mit weißem Rand. Die Tafel steht in der Regel auf der Spitze, bei beschränktem Raum kann die Spitze nach oben zeigen.


  2. Der Geschwindigkeitsanzeiger ist in der Regel am Mast des Formhauptsignals bzw. Sv-Signals angebracht.

  3. Die durch die Kennzahl angezeigte Geschwindigkeit gilt beim Signal »Hf 2« vom Hauptsignal, bei den Signalen »Sv 6« bis »Sv 8« vom Sv-Signal ab im anschließenden Weichenbereich (siehe § 3 Abs. 10).

  4. Das Signal wird bei Dunhelheit nicht beleuchtet.


  5. Signal Zs 6 – Stumpfgleis- und Frühhaltanzeiger
    Fahrt in ein Stumpfgleis oder in ein Gleis mit verkürztem Einfahrweg.

    Lichtignal
    Zwei gelbleuchtende, senkrechte Lichtstreifen nebeneinander.


  6. das Signal »Zs 6« erscheint am Hauptsignal für die Einfahrt eines Zuges in
        - ein Stumpfgleis (Stumpfgleise der Kopfbahnhöfe ausgenommen),
        - ein durch Signale abschnittsweise unterteiltes Gleis, wenn der Einfahrweg verkürzt ist, oder
        - ein anderes Gleis, wenn der Einfahrweg um mehr als 30 % kürzer als bei den übrigen Einfahrten ist.


 § 12

  1.            Signal Zs 7 – Gleiswechselanzeiger
    Der Fahrweg führt in das benachbarte durchgehende Hauptgleis.


    Lichtignal
    Ein weißleuchtender, schräger Lichtstreifen.


  2. Das Signal zeigt auf Strecken mit Gleiswechselbetrieb an, dass ein Zug auf das benachbarte durchgehende Hauptgleis übergehen soll. Es ist am Haupsignal vor dem Gleiswechsel angebracht.

  3. Die Richtung des Lichtstreifens von unten nach oben gibt die Fahrtrichtung in das andere Hauptgleis an.



  4. Signal Zs 8 – Falschfahrtauftragssignal
    Fahrt auf das falsche Gleis !


    Lichtignal
    Ein weißblinkender Lichtstreifen von rechts nach links steigend.


  5. Das Signal ist am Hauptsignal angebracht und gibt beim signalisierten Falschfahrbetrieb dem Zug den Auftrag,
        – am Halt zeigenden Hauptsignal oder am erloschenen oder zweifelhaftes Signalbild zeigenden Lichthauptsignal vorbeizufahren und
        – das falsche Gleis zu befahren. Bei Störung des Signals erhält der Zug Befehl B.

  6. Der Triebfahrzeugführer darf am Hauptsignal ohne Halt vorsichtig vorbeifahren, wenn er das Aufblinken des Signals »Zs 8« wahrgenommen hat.

  7. Das Signal schreibt eine Geschwindigkeit von höchstens 40 km/h vom Hauptsignal ab im anschließenden Weichenbereich (siehe § 3 Abs. 10) vor.

  8. Für die an einem Lichthauptsignal mit rotem Mastschild auf Signal »Zs 8« vorbeifahrenden Züge gelten die Bestimmungen des permissiven Fahrens nicht (siehe auch § 1 Abs. 12).

  9. Vor Abzweigstellen und vor der Einfahrt in Bahnhöfe sind am falschen Gleis Hauptsignale aufgestellt, die durch Vorsignale angekündigt werden.
    Der Auftrag des Signals »Zs 8«, das falsche Gleis zu befahren, gilt bis zum nächsten Bahnhof. Liegt vorher eine Abzweigstelle, dann gilt der Auftrag nur bis dahin. Soll die Fahrt auf falschem Gleis über eine Abzweigstelle hinaus fortgesetzt werden, dann wird erneut das Signal »Zs 8« gezeigt.


 § 13

  1.          Signal Zs 9 – Wegübergangstafel (WÜ-Tafel)
    Beim permissiven Fahren Wegübergang nur mit Schrittgeschwindigkeit befahren.

    Formsignal
    Eine dreieckige, weiße Tafel mit rotem Rand und schwarzem Gatter.


  2. Das Signal »Zs 9« steht vor einem mit rotem oder weiß-schwarz-weißschwarz-weißem Mastschild ausgerüsteten Lichthauptsignal, das nur dann einen Fahrtbegriff zeigen kann, wenn der Wegübergang technisch gesichert ist. Folgen auf ein so gekennzeichnetes Lichthauptsignal mehrere Wegübergänge, so wird die Anzahl auf einer am Signal »Zs 9« angebrachten weißen Tafel angezeigt. Die Geschwindigkeitsbeschränkung gilt dann für die angezeigte Anzahl von Wegübergängen.

  3. Die Geschwindigkeitsbeschränkung am Wegübergang gilt, bis das erste Fahrzeug den Wegübergang verlassen hat.





 
 4.   Gleissperrsignal  (Gsp)
 

 § 14

  1. Signal Gsp 0 – Halt !


    Formsignal
    Ein waagerechter, schwarzer Streifen auf runder, weißer Scheibe.
      Rückseite  






  2.     Signal Gsp 1 – Fahrverbot aufgehoben


    Formsignal
    Ein nach rechts steigender, schwarzer Streifen auf runder, weißer Scheibe.
      Rückseite  

  3. Das Gleissperrsignal gilt für Züge und Rangierabteilungen. Es steht unmittelbar rechts neben dem zugehörigen Gleis; Abweichungen sind zulässig bei Drehscheiben, Schiebebühnen, Gleisbrückenwaagen und Stumpfgleisabschlüssen.

  4. Das Signal ist zu beleuchten
        a) bei Dunkelheit und
        b) bei unsichtigem Wetter auch am Tage.
    Soweit es die Durchführung des Betriebsdienstes zuläßt, darf
        - im Bahnhofsbuch festgelegt werden, dass das Signal nicht beleuchtet wird, oder
        - ein nicht beleuchtbares oder rückstrahlendes Signal verwendet werden.

  5. Wo die Signalstellung auch rückwärts erkennbar sein soll, sind
    bei Signal »Gsp 0« bei Tage zwei kleine, weiße, runde Scheiben auf schwarzem Grund, bei Dunkelheit zwei mattweiße Sternlichter waagerecht nebeneinander
    bei Signal »Gsp 1« bei Tage eine kleine, weiße, runde Scheibe auf schwarzem Grund, bei Dunkelheit ein mattweißes Sternlicht sichtbar.

  6. Signal »Gsp 0« ist die Grundstellung; Ausnahmen bestimmt die Reichsbahndirektion (siehe Abs. 12).

  7. Bei Drehscheiben, Schiebebühnen und Gleisbrückenwaagen zeigt das Signal »Gsp 0« an, dass sie nicht befahren werden dürfen.

  8. Bevor mit der Spitze einer Rangierabteilung am Gleissperrsignal vorbeigefahren werden darf, muss der Stellwerks- oder Weichenwärter für begleitete Rangierabteilungen eine Zustimmung und für unbegleitete Rangierabteilungen einen Fahrauftrag gegeben haben.

  9. Das Signal »Gsp 1« gilt für begleitete Rangierabteilungen als Zustimmung des Stellwerks- oder Weichenwärters an den Rangierleiter oder - bei geschobenen Rangierabteilungen - an den Betriebseisenbahner vor oder auf dem ersten Wagen der Rangierabteilung, sofern der Rangierleiter oder der Betriebseisenbahner an der Spitze der geschobenen Rangierabteilung vor der Verwandlung des Signals das für die Rangierabteilung gültige Signal »Gsp 0« wahrgenommen hat (siehe aber Abs. 12).
    Der Triebfahrzeugführer einer begleiteten Rangierabteilung braucht am Gleissperrsignal nicht anzuhalten, wenn dies bei Vorbeifahrt der Spitze der Rangierabteilung Signal »Gsp 1« zeigt.
    Wenn bei gezogenen Rangierabteilungen der Rangierleiter während der Rangierfahrt das Erteilen der Zustimmung von seinem Platz aus nicht beobachten kann, darf er diese Aufgabe - für jede Rangierfahrt besonders - dem Triebfahrzeugführer übertragen. Dieser unterrichtet den Lokomotivheizer (Beimann). In bezug auf das Beachten der Gleissperrsignale gilt für das Triebfahrzeugpersonal dann Abs. 10 sinngemäß. Nimmt das Triebahrzeugpersonal die Zustimmung nicht wahr, dann ist anzuhalten; für das erneute Ingangsetzen der Rangierabteilung ist ein Fahrauftrag des Rangierleiters erforderlich.

  10. Das Signal »Gsp 1« gilt für unbegleitete Rangierabteilungen als Fahrauftrag des Stellwerks- oder Weichenwärters an den Triebfahrzeugführer, sofern er oder der Lokomotivheizer (Beimann) vor der Verwandlung des Signals das für die Rangierabteilung gültige Signal »Gsp 0« wahrgenommen hat (siehe aber Abs. 12).
    Nimmt der Lokomotivheizer (Beimann) den Fahrauftrag auf, dann hat er ihn an den Triebfahrzeugführer weiterzugeben. Der Triebfahrzeugführer hat sich vor Durchführung des Fahrauftrags vom Signal »Gsp 1« zu übereugen.

  11. Wenn mehrere Rangierabteilungen vor einem Signal »Gsp 0« halten oder sich ihm nähern, gilt die Zustimmung nach Abs. 10 oder der Fahrauftrag nach Abs. 11 nur für die erste Rangierabteilung. Jede folgende Rangierabteilung muss erneut das Erscheinen des Signals »Gsp 0« und danach das Signal »Gsp 1« abwarten.
    Erscheint das Signal »Gsp 0«, bevor die Spitze der Rangierabteilung daran vorbeigefahren ist, so gilt die Zustimmung oder der Fahrauftrag als zurückgenommen; das erneute Erscheinen des Signals »Gsp 1« ist abzuwarten.

  12. Mit Genehmigung der Reichsbahndirektion können Gleissperrsignale durch eine am Signalmast angebrachte weiße, runde Scheibe mit schwarzem Ring und weißem Rand (Kreisscheibe) gekennzeichnet sein. Die durch eine Kreisscheibe gekennzeichneten Gleissperrsignale sind im Bahnhofsbuch bekanntzugeben. Bei einem derartig gekennzeichneten Gleissperrsignal gilt das Signal »Gsp 1« stets als Zustimmung bei begleiteten Rangierabteilungen bzw. als Fahrauftrag bei unbegleiteten Rangierabteilungen.



  13.       Rückseite Signal Gsp 2 – Gleissperre ist abgelegt

    Formsignal
    Ein senkrechter, schwarzer Streifen auf runder, weißer Scheibe.


  14. Durch das Signal »Gsp 2« werden kein Fahrauftrag und keine Zustimmung des Stellwerks- oder Weichenwärters erteilt.

  15. Nach rückwärts erscheint bei Tage eine kleine, weiße, runde Scheibe auf schwarzem Grund, bei Dunkelheit ein mattweißes Sternlicht.





 
 5.   Signale für elektrische Zugförderung  (El)
 

 § 15  Allgemeines
  1. Die Signale für den elektrischen Betrieb mit Fahrleitung (Oberleitung oder Stromschiene) kennzeichnen Fahrleitungs-Schutzstrecken, Fahrleitungs-Unterbrechungen, gestörte oder ausgeschaltete Fahrleitungs-Abschnitte und das Ende der Fahrleitung.

  2. Die Signale bestehen aus einer auf der Spitze stehenden, weiß und schwarz umrandeten, blauen, quadratischen Tafel mit weißen Signalzeichen.



 § 16  Signale »El 1« und »El 2«
  1. Die Signale sind ortsfest. An Schutzstrecken zeigt die Rückseite des Signals »El 1« das Signal »El 2«, die Rückseite des Signals »El 2« das Signal »El 1«. Wo Schutzstrecken nur zeitweise das Ausschalten der Triebfahrzeuge erfordern, ist für die Einfahrt in die Schutzstrecke ein veränderliches Aus- und Einschaltsignal (»El 1« / »El 2«) vorhanden.
  2. <
  3. Signale an Schutzstrecken sind bei Dunkelheit beleuchtet.



  4. Signal El 1 – Ausschaltsignal
    Ausschalten.

    Formsignal
    Ein zerlegtes, weißes »U«.

  5. Das Signal »El 1« bedeudet, dass der Hauptschalter des Triebfahrzeuges spätestens am Standort des Signals ausgeschaltet sein muss. Es befindet sich rechts neben dem Gleis.
    Für fahrten auf einem Gleis einer zweigleisigen Strecke entgegen der gewöhnlichen Fahrtrichtung gelten die links vom Gleis stehenden Signale.



  6. Signal El 2 – Einschaltsignal
    Einschalten erlaubt.

    Formsignal
    Ein geschlossenes, weißes »U«.

  7. Das Signal »El 2« bedeutet, dass der Hauptschalter des Triebfahrzeugs nach Vorbeifahrt am Signal wieder eingeschaltet werden darf. Es befindet sich auf zweigleisiger Strecke rechts auf eingleisiger Strecke links vom Gleis. Für Fahrten auf einem Gleis einer zweigleisigen Strecke gewöhnlichen Fahrtrichtung gelten die links neben dem Signale.



 § 17  Signale »El 3«, »El 4« und »El 5«
  1. Die Signale sind nicht ortsfest. Sie sind bei Dunkelheit beleuchtet.


  2. Signal El 3 – Bügel ab-Ankündesignal
    Signal "Bügel ab" erwarten.

    Formsignal
    Zwei in der Höhe gegeneinander versetzte, waagerechte, weiße Streifen.

  3. Das Signal »El 3« steht rechts, auf zweigleisiger Strecke für Fahrten entgegen der gewöhnlichen Fahrtrichtung links neben dem zugehörigen Gleis in einem Abstand von mindestens 250 m vor dem Signal »El 4«. Am Signal »El 3« kann zusätzlich ein Richtungspfeil (siehe § 18 Abs. 3) angebracht sein, wenn bei einer Fahrtverzweigung angezeigt werden soll, für welche Richtung das Signal gilt. In der »La« wird diese Fahrtrichtung angegeben.

  4. Wenn Züge hinter dem Signal »El 3« beginnen oder ihre Fahrt fortsetzen, ist ein zweites Signal »E 3« aufzustellen. Der Standort des zweiten Signals wird in der »La« bekanntgegeben.



  5. Signal El 4 – Bügel ab-Signal
    Bügel ab !

    Formsignal
    Ein waagerechter, weißer Streifen.

  6. Das Signal »El 4« kennzeichnet den Beginn eines Streckenabschnittes, der nur mit gesenkten Stromabnehmer befahren werden darf. Am Standort des Signals muss der Stromabnehmer völlig gesenkt sein.

  7. Das Signal »El 4« befindet sich rechts vom Gleis in einem von der Fahrleitungsmeisterei zu bestimmenden Abstand vor dem mit gesenktem Stromabnehmer zu befahrenden Fahrleitungsabschnitt. Am Signal »El 4« ist der nach Abs. 3 angebrachte Richtungspfeil zu wiederholen, wenn auch das Signal »El 4« vor der Fahrtverzweigung steht. Für Fahrten auf einem Gleis einer zweigleisigen Strecke entgegen der gewöhnlichen Fahrtrichtung gelten die links neben dem Gleis stehenden Signale.

  8. Auf der Rückseite zeigt das Signal »El 4« das Signal »El 5«.



  9. Signal El 5 – Bügel an-Signal
    Bügel an !

    Formsignal
    Ein senkrechter, weißer Streifen.

  10. Das Signal »El 5« kennzeichnet das Ende eines Streckenabschnittes, der mit gesenktem Stromabnehmer befahren werden muss. Es bedeutet, dass der Stromabnehmer vom Signal ab wieder angelegt werden darf. Der Triebfahrzeugführer darf mit dem Anlegen erst beginnen, wenn das Triebfahrzeug am Signal vorbeigefahren ist.

  11. Das Signal »El 5« befindet sich auf zweigleisiger Strecke rechts,auf eingleisiger Strecke links vom Gleis in einem von der Fahrleitungsmeisterei zu stand hinter dem mit gesenktem Stromabnehmer zu befahrenden Fahrleitungsabschnitt. Für Fahrten auf einem Gleis einer zweigleisigen Strecke entgegen der gewöhnlichen Fahrtrichtung gelten die links vom Gleis stehenden Signale.

  12. Auf der Rückseite zeigt das Signal »EI 5« das Signal »EI 4«.



 § 18  

  1. Signal El 6
    Halt für Fahrzeuge mit angelegtem Stromabnehmer.

    Formsignal
    Ein auf der Spitze stehender quadratischer, weißer Rahmen mit innenliegendem weißen Quadrat.

  2. Das Signal befindet sich
    ständig vor den Enden von Fahrleitungen,
    vorübergehend vor Fahrleitungsabschnitten, die für außer Betrieb gesetzt sind.

  3. Wenn bei einer Gleisverzweigung eines der Gleise keine Fahrleitung hat, so wird dies durch einen Pfeil über dem Signal angezeigt.
    Ein Pfeil senkrecht nach oben zeigt an, daß das Gleis des geraden Zweiges oder bei Krümmungen des schwächer gekrümmten Zweiges der Weiche keine Fahrleitung hat.
    Ein waagerechter Pfeil zeigt an, nach welcher Seite das Gleis ohne Fahrleitung abzweigt.
    Liegen mehrere Verzweigungen kurz hintereinander und haben mehrere Gleise keine Fahrleitung, so sind erforderlichenfalls zwei Pfeile über dem Signal vorhanden.



  4. Das Signal wird bei Dunkelheit nur beleuchtet, wenn die Durchführung des Betriebsdienstes es erfordert.



 § 19

  1. Signal El 7 – Schaltzeichen
    Fahrstrom unterbrechen !

    Formsignal
    Eine schachbrettartig blau und weiß gemusterte Tafel.


  2. Das Signal wird nach Anweisung der Reichsbahndirektion Berlin, Verwaltung der S-Bahn, an den elektrisch betriebenen S-Bahnstrecken aufgestellt. Es gibt den Auftrag, den Fahrstrom zum Zug durch Loslassen des Fahrschalters zu unterbrechen.

  3. Das Signal ist ortsfest, steht rechts vom Gleis und wird bei Dunkelheit nicht beleuchtet.





 
 6.   Signale für Schiebelokomotiven und für Züge auf falschem Gleis  (Sp)
 

 § 20

  1. Signal Sp 1 – Nachschieben einstellen !

    Formsignal
    Um 90° nach rechts umgelegtes, weißes »T« auf schwarzer Rechteckscheibe.


  2. Ob die Schiebelokmotive den Zug am Signal verlassen soll, ist im AzFV Teil I, geregelt.

  3. Das Signal steht rechts, beim Gleiswechselbetrieb oder signalisierten Falschfahrbetrieb in der Regel links neben dem zugehörigen Gleis. Es ist bei Dunkelheit zu beleuchten, wenn es die Durchführung des Betriebsdienstes erfordert.



  4. Signal Sp 2 – Halt für Züge auf falschem Gleis !


    Formsignal
    Eine quadratische, auf der Spitze stehende, weiße Scheibe mit schwarzem Rand.
      Rückseite  




  5. Signal Sp 3 – Einfahrt für Züge vom falschem Gleis


    Formsignal
    Auf dem Signal »Sp 2« ein schwarzer, nach rechts steigender Streifen.
      Rückseite  

  6. Die Signale »Sp 2« und »Sp 3« gelten für zurückkehrende Schiebelokomotiven, Sperrfahrten und andere Züge auf falschem Gleis.

  7. Das Signal »Sp 3« schreibt eine Geschwindigkeit von 40 km/h vom Signal ab im anschließenden Weichenbereich (siehe § 3 Abs. 10) vor.

  8. Kann das Signal »Sp 3« nicht gezeigt werden, erhalten die Züge zur Vorbeifahrt am Signal »Sp 2« Befehl »Ab«. Für zurückkehrende Schiebelokomotiven und Sperrfahrten darf nach örtlichen Anweisungen an Stelle des Befehls »Ab« auch ein entsprechender Auftrag durch Funk gegeben werden.

  9. Die Signale »Sp 2« und »Sp 3« stehen vor der Einfahrt in den Bahnhof links vom Gleis. Die Signale sind bei Dunkelheit zu beleuchten.

  10. Nach rückwärts zeigen
        – Signal »Sp 2« bei Tage zwei kleine, weiße, runde Scheiben auf schwarzem Grund, bei Dunkelheit zwei mattweiße Sternlichter waagerecht nebeneinander,
        – Signal »Sp 3« bei Tage eine kleine, weiße, runde Scheibe auf schwarzem Grund, bei Dunkelheit ein mattweißes Sternlicht.





 
 7.   Langsamfahrsignale  (Lf)
 

 § 21  Signale »Lf 1«, »Lf 2« und »Lf 3«
  1. Die Signale zeigen Geschwindigkeitsbeschränkungen bei vorübergehend eingerichteten Langsamfahrstellen an und gelten für Züge und Rangierabteilungen. Die Signale dürfen nur auf besonderen Auftrag oder mit vorheriger Zustimmung des Vorstehers der Bahnmeisterei aufgestellt werden. Die Signale sind nicht ortsfest.
    Die nur für eine Zugfahrt geltenden oder die wegen aufgehobener Signalabhängigkeit erforderlichen Geschwindigkeitsbeschränkungen werden nicht signalisiert, wenn die Züge durch Vorsichtsbefehl - nicht aber durch die »La« – unterrichtet werden.






  2. Signal Lf 1 – Langsamfahrankündigungsscheibe
    Auf dem folgenden, durch Anfangscheibe und in der Regel durch Endscheibe begrenzten Gleisabschnitt darf die angezeigte Geschwindigkeit nicht überschritten werden.

    Tageszeichen
    Eine dreieckige, auf der Spitze stehende, gelbe Scheibe mit weißem Rand zeigt eine schwarze Kennzahl. Bei beschränktem Raum kann die Dreieckspitze nach oben zeigen.

    Nachtzeichen
    Unter dem beleuchteten Tageszeichen zwei nach linkssteigende, gelbe Lichter. Bei beschränktem Raum befinden sich die Lichter etwa 15 m vor dem Tageszeichen.


  3. Die durch die Kennzahl angezeigte Geschwindigkeitsbeschränkung gilt, bis das letzte Fahrzeug den Abschnitt verlassen hat.

  4. Als Kenzahlen werden verwendet:
    die Zahlen 1  2  3  4  5  6  7  8 und 9
    für 10  20  30  40  50  60  70  80 und 90 km/h Geschwindigkeit.
    Beträgt die Geschwindigkeitsbeschränkung 100, 110, 120 oder 130 km/h, wird anstelle einer Kennzahl die Geschwindigkeitszahl 100, 110, 120 oder 130 angezeigt.

  5. Das Signal »Lf 9« steht unmittelbar rechts, auf zweigleisiger Strecke für Fahrten entgegen der gewöhnlichen Fahrtrichtung unmittelbar links neben dem zugehörigen Gleis. Wenn ein links stehendes Signal »Lf 1« auf mehrgleisigen Strecken die Fahrt auf einem Nachbargleis beirren kann, wird das Signal unmittelbar rechts vom zugehörigen Gleis aufgestellt; im Vorsichtsbefehl oder in der »La« ist darauf hinzuweisen.

  6. Die Langsamfahrankündigungsscheibe ist bei Dunkelheit zu beleuchten. Wo rückwärts kenntlich gemacht werden soll, dass die gelben Signallichter brennen, zeigen sie rückwärts mattweißes Sternlicht. Die Reichsbahndirektion darf zulassen, dass auf Nebenbahnen mit einer Streckengeschwindigkeit bis zu 50 km/h die Langsamfahrankündigungsscheibe nicht beleuchtet wird.

  7. Das Signal »Lf 1« ist entsprechend dem Bremsweg der betreffenden Strecke vor dem Signal »Lf 2« aufzustellen.
    Das Reichsbahnamt, Gruppe Betriebstechnik, darf in zwingenden Fällen zulassen, dass die Langsamfahrankündigungsscheibe auch in einem kürzeren Abstand als dem Bremsweg der Strecke aufgestellt wird, wenn der verkürzte Abstand dem für die Herabsetzung der Geschwindigkeit tatsächlich erforderlichen Bremsweg entspricht.
    Der Abstand wird dann im Vorsichtsbefehl oder in der »La« genannt.

  8. Bei dicht hintereinander liegenden Langsamfahrstellen mit wechselnden Geschwindigkeitsangaben dürfen nicht mehrere Signale »Lf 1« vor einem Signal »Lf 2« erscheinen.
    Steht für das Aufstellen der Signale »Lf 1« vor dem zugehörigen Signal »Lf 2« der vorgeschriebene Abstand nicht zur Verfügung, darf die erste Langsamfahrstelle in der der Fahrtrichtung entgegengesetzten Richtung verlängert werden. Damit wird der für das Aufstellen der Signale »Lf 1« erforderliche Abstand gewonnen.

  9. Bei einer Streckenverzweigung ist das Signal »Lf 1« durch einen gelben Richtungspfeil mit schwarzem Rand zu ergänzen, um anzuzeigen, für welche Fahrtrichtung die Geschwindigkeitsbeschränkung gilt. In der »La« wird diese Fahrtrichtung angegeben.

  10. Wenn Züge hinter dem Signal »Lf 1« beginnen, ist ein zweites Signal »Lf 1« - bei Dunkelheit ohne die gelben Lichter - aufzustellen. Das Reichsbahnamt, Gruppe Betriebstechnik, bestimmt, ob ein zweites Signal »Lf 1« aufzustellen ist, wenn Züge hinter dem Signal »Lf 1«, halten und ihre Fahrt fortsetzen. Der Standort der Wiederholungsscheiben wird in der »La« bekanntgegeben.



  11. Signal Lf 1/2 – Langsamfahrbeginnscheibe
    Auf dem am Signal beginnenden, in der Regel durch eine Endscheibe begrenzten Gleisabschnitt darf die angezeigte Geschwindigkeit nicht überschritten werden.

    Tageszeichen
    Eine rechteckige, gelbe Scheibe mit weißem Rand zeigt eine schwarze Kennzahl.


  12. Die durch die Kennzahl angezeigte Geschwindigkeitsbeschränkung gilt, bis das letzte Fahrzeug den Gleisabschnitt verlassen hat.
    Für die Anwendung der Kennzahlen gilt Abs. 4 sinngemäß.
    Die Rückseite des Signals »Lf 1/2« zeigt das Signal »Lf 3«.
    Das Signal »Lf 1/2« ist bei Dunkelheit zu beleuchten. Die Reichsbahndirektion darf Ausnahmen zulassen.

  13. Das Signal zeigt Geschwindigkeitsbeschränkungen auf den Bahnhofshauptgleisen an, soweit diese keine durchgehenden Hauptgleise sind. Es steht am Anfang des langsam zu befahrenden Gleises unmittelbar rechts neben dem Gleis und wird nicht signalmäßig vorangekündigt.
    Reicht die Entfernung vom Gleisanfang bis zum Beginn des langsam zu befahrenden Gleisabschnitts für die Abbremsung aus (siehe Abs. 7), so sind anstelle des Signals »Lf 1/2« die Signale »Lf 1« und »Lf 2« aufzustellen.

  14. Der Triebfahrzeugführer wird über die aufgestellten Signale »Lf 1/2« durch die »La« unterrichtet. Er hat sich bei der Einfahrt auf die in der »La« angegebene Geschwindigkeit - bei unterschiedlichen Geschwindigkeitsangaben für einzelne Gleise auf die niedrigste - einzurichten. Ab Signal »Lf 1/2« darf die dort angezeigte Geschwindigkeit nicht überschritten werden.
    Bei Ausfahrten wird der Triebfahrzeugführer durch das Signal »Lf 3« darauf hingewiesen, dass für das betreffende Gleis eine Geschwindigkeitsbeschränkung besteht.



  15. Signal Lf 2 – Anfangscheibe
    Anfang der Langsamfahrstelle.

    Tageszeichen
    Eine rechteckige, gelbe Scheibe mit weißem Rand und schwarzem »A«.


  16. Das Signal »Lf 2« steht am Anfang des durch das Signal »Lf 1« angekündigten langsam zu befahrenden Gleisabschnitts unmittelbar rechts neben dem zugehörigen Gleis.
    Für Fahrten auf zweigleisiger Strecke entgegen der gewöhnlichen Fahrtrichtung wird das Signal »Lf 2« entsprechend dem Signal »Lf 1« unmittelbar links oder rechts neben dem zugehörigen Gleis aufgestellt (siehe Abs. 5).

  17. Am Signal »Lf 2« ist der nach Abs. 9 angebrachte Richtungspfeil zu wiederholen, wenn auch das Signal »Lf 2« vor der Fahrtverzweigung steht.



  18. Signal Lf 3 – Endscheibe
    Ende der Langsamfahrstelle.

    Tageszeichen
    Eine rechteckige, weiße Scheibe mit schwarzem »E«.


  19. Das Signal »Lf 3« wird
        – auf zweigleisiger Strecke unmittelbar rechts,
        – auf eingleisiger Strecke unmittelbar links
    neben dem zugehörigen Gleis am Ende des langsam zu befahrenden Gleisabschnitts aufgestellt.
    Auf eingleisiger Strecke und für Fahrten entgegen der gewöhnlichen Fahrtrichtung auf zweigleisiger Strecke kann das Signal »Lf 2« für die eine Fahrtrichtung gleichzeitig Signal »Lf 3« für die andere sein. Die Rückseite des Signals »Lf 2« zeigt dann das Signal »Lf 3«.

  20. Bei Dunkelheit ist das Signal »Lf 2« stets beleuchtet, das Signal »Lf 3« nur auf zweigleisiger Strecke, wenn das Signal »Lf 1« eine höhere Geschwindigkeit als 50 km/h anzeigt.
    Wenn auf Nebenbahnen das Signal »Lf 1« nicht beleuchtet wird (siehe Abs. 6), bleibt auch das Signal »Lf 2« unbeleuchtet.

  21. Endet eine Langsamfahrstelle am Beginn einer folgenden Langsamfahrstelle, dann entfällt das zwischengelegene Signal »Lf 3«. Das Signal »Lf 2« des folgenden Langsamfahrabschnitts gilt dann gleichzeitig als Ende des vorangehenden Langsamfahrabschnitts.



 § 22

  1. Signal Lf 4 – Geschwindigkeitstafel
    Die angezeigte Geschwindigkeit darf nicht überschritten werden.

    Tageszeichen
    Eine auf der Spitze stehende dreieckige, weiße Tafel mit schwarzem Rand zeigt eine schwarze Geschwindigkeitszahl. Bei beschränktem Raum kann die Dreiecksspitze nach oben zeigen.


  2. Durch das Signal »Lf 4« werden angezeigt
        a) die Geschwindigkeitswechsel der im AzFV, Teil II, festgelegten und im Buchfahrplan bekanntgegebenen Geschwindigkeiten für die Strekkengleise und die durchgehenden Hauptgleise der Bahnhöfe (Strekkengeschwindigkeiten)
      b) Geschwindigkeitsbeschränkungen für das Befahren ungesicherter Wegübergänge.

  3. Ist die Geschwindigkeit herabzusetzen, dann steht das Signal in einem Abstand vor der Stelle des Geschwindigkeitswechsels, der zum Abbremsen auf die angezeigte Geschwindigkeit ausreicht, mindestens jedoch
        300 m auf Hauptbahnen,
        150 m auf Nebenbahnen.
    Bei einer Geschwindigkeitserhöhung steht das Signal an der Stelle des Geschwindigkeitswechsel.
    Ausnahmeregelungen für Bahnhöfe und Abzweigstellen sind im Abs. 4 genannt.

  4. Ein zu signalisierender Geschwindigkeitswechsel im Streckengleis oder im durchgehenden Hauptgleis eines Bahnhofs liegt auch vor
        a) an den Abzweigstellen und an Streckenverzweigungen in Bahnhöfen, wenn beim Übergang von einer Strecke auf eine andere eine Änderung der Streckengeschwindigkeit zu beachten ist
        b) am Ende einer durch ein Hauptsignal angezeigten Geschwindigkeitsbeschränkung.
    Das Signal »Lf 4« ist in diesen Fällen in der Regel hinter der letzten auf der Abzweigstelle oder bei der Ausfahrt befahrenen Weiche aufzustellen.
    Über den Standort des Signals »Lf 4« bei örtlichen Sonderfällen entscheidet das Reichsbahnamt, Gruppe Betriebstechnik.

  5. Eine nach dem AzFV, Teil II, für Triebwagen besonders festgesetzte Streckengeschwindigkeit wird nicht durch das Signal »Lf 4« angezeigt. Der Triebfahrzeugführer darf mit der im Buchfahrplan, Spalte 2, angegebenen Höchstgeschwindigkeit fahren, sofern ihm nicht durch andere Signale oder schriftliche Aufträge (La, Befehl, Bremszettel) eine niedrigere Geschwindigkeit vorgeschrieben wird.

  6. Die Geschwindigkeitstafel ist vor ungesicherter. Wegübergängen aufzustellen, wenn die Geschwindigkeit für das Befahren des Wegübergangs herabgesetzt werden muss. Hinsichtlich der Vereinigung mit Signal »Pf 2« wird auf § 36 Abs. 4 verwiesen.
    Die Geschwindigkeitsbeschränkung muss erreicht sein, sobald das erste Fahrzeug das Signal »Lf 5«, wo dieses nicht aufgestellt ist, den Wegübergang erreicht hat. Sie ist beizubehalten, bis das erste Fahrzeug den Wegübergang verlassen hat. Die Geschwindigkeitserhöhung hinter dem Wegübergang wird nicht durch das Signal »Lf 4« angezeigt.
    Wo in Ausnahmefällen vor dem Befahren eines ungesicherten Wegübergangs zu halten ist, zeigt das Signal »Lf 4« die Zahl »0«. Außerdem ist das Signal »Lf 5« aufzustellen.

  7. Das Signal »Lf 4« wird auch angewandt zur Ankündigung eines Hauptsignals, durch das auch bei dem Signal »Hf 1« oder »Hl 101« eine Geschwindigkeitsbeschränkung innerhalb des anschließenden Weichenbereichs vorgeschrieben wird. Das Signal »Lf 4« wird dann in Höhe des Vorsignals aufgestellt. Zwischen dem Vorsignal und dem Ende des Weichenbereichs darf dann kein weiteres Signal »Lf 4« aufgestellt werden.

  8. Die Geschwindigkeitstafel ist ortsfest und steht unmittelbar rechts, bei Gleiswechselbetrieb oder signalisiertem Falschfahrbetrieb unmittelbar links, wenn das nicht möglich ist, unmittelbar rechts neben dem zugehörigen Gleis. Sie wird bei Dunkelheit nicht beleuchtet, kann aber rückstrahlend sein.



 § 23  

  1. Signal Lf 5 – Eckentafel
    Die durch das Signal »Lf 4« angezeigte Geschwindigkeitsbeschränkung muss durchgeführt sein.

    Tageszeichen
    Eine rechteckige, weiße Tafel mit schwarzen Ecken.


  2. Die Eckentafel ist auf Nebenbahnen aufgestellt, wo vor Wegübergängen die Stelle besonders zu kennzeichnen ist, von der ab die durch das Signal »Lf 4« angezeigte Geschwindigkeit gilt. Wenn das Signal »Lf 4« die Zahl »0« zeigt, ist stets das Signal »Lf 5« aufgestellt; es kennzeichnet die Stelle, an der zu halten ist.

  3. Das Signal »Lf 5« ist ortsfest und steht unmittelbar rechts neben dem zugehörigen Gleis. Es wird bei Dunkelheit nicht beleuchtet.





 
 8.   Schutzhaltsignale  (Sh)
 

 § 24  Allgemeines
  1. Schutzhaltsignale dienen dazu, ein Gleis abzuriegeln oder gebieten sofortiges Anhalten zur Abwendung einer Gefahr.

  2. Die Nachtzeichen der Signale »Sh 1«, »Sh 2« und »Sh 3« sind bei unsichtigem Wetter auch am Tage anzuwenden.


 § 25  




  1.       
    Signal Sh 1 – Kreissignal
    Sofort halten ! – Gefahr

    Tageszeichen
    Eine weiß-rot-weiße Flagge, irgendein Gegenstand oder der Arm allein wird im Kreis geschwungen.

    Nachtzeichen
    Eine Handleuchte, möglichst rot abgeblendet, oder ein leuchtender Gegenstand wird im Kreis geschwungen.


  2. Wenn zweifelhaft ist, ob das Signal »Sh 1« wahrgenommen wird, sind nach Möglichkeit außerdem das Signal »Sh 5« und das Signal »Sh 4« anzuwenden.


 § 26  

  1.        


          


    Signal Sh 2 – Wärterhaltsignal – Wasserkransignal
    Halt !


    Tageszeichen
    Eine rechteckige, rote Scheibe mit weißem Rand (Haltscheibe) oder
    eine quer zur Gleisachse gehaltene weiß-rot-weiße Flagge (Haltflagge).


    Nachtzeichen
    Ein rotes Licht.



    Wärterhaltsignal

  2. Das Wärterhaltsignal wird angewandt:
        a) zur Abriegelung einer Gleisstelle, die nicht befahren werden darf, oder
        b) zur Bezeichnung einer Stelle, an der ausnahmsweise zu halben ist; wenn kein ortsfestes Haltsignal vorhanden ist.

  3. Zur Abriegelung, einer Gleisstelle ist das Wärterhaltsignal in der Regel 50 m vor der zu schützenden Stelle aufzustellen; innerhalb des Bahnhofs darf der Abstand geringer sein.

  4. Die Haltscheibe wird in der Regel unmittelbar rechts neben dem Gleis aufgestellt.

  5. Zur Abriegelung einer Gleisstelle in einem Tunnel oder unmittelbar dahinter wird das Wärterhaltsignal außerhalb des Tunnels aufgestellt. Ausnahmen für lange Tunnel bestimmt die Reichsbahndirelition.

  6. Im Notfall darf als Nachtzeichen eine Laterne vorübergehend auf den Boden gestellt werden.

  7. Der Haltauftrag wird durch Entfernen oder Wegdrehen des Signals aufgehoben, Ausnahmen siehe § 41 Abs. 28 der FV.



    Nachtzeichen am Wasserkran

  8. Das Nachtzeichen am Wasserkran befindet sich am Ausleger und kennzeichnet dessen Querstellung zum Gleis.

  9. Die Stellung des Auslegers parallel zum Gleis wird durch weißes Licht angezeigt. Das rote und das weiße Licht sind nach beiden Richtungen sichtbar. Wo die allgemeine Beleuchtung die Lage des Auslegers klar erkennbar macht, kann auf das Signal verzichtet werden.


 § 27

  1. Signal Sh 3 – Haltvorscheibe
    Haltscheibe erwarten.


    Tageszeichen
    Eine runde, gelbe Scheibe mit schwarzem Ring und weißem Rand.

    Nachtzeichen
    Ein gelbes Licht.
      Rückseite  

  2. Das Nachtzeichen des Signals »Sh 3«, das an einem Hauptsignal steht, zeigt anstelle des einen Lichtes in gleicher Farbe zwei nach rechts steigende Lichter.

  3. Das Leuchten der Signallaterne ist von rückwärts durch mattweißes Licht erkennbar.

  4. Das Signal »Sh 3« wird unmittelbar rechts, bei Platzmangel links, vom Gleis entsprechend dem Bremsweg der betreffenden Strecke vor der Halbscheibe aufgestellt.

  5. Das, Signal »Sh 3« wird von den Baudienststellen auf freier Strecke bei Gleissperrungen infolge außergewöhnlicher Ereignisse (außer bei Schienenbrüchen) oder bei Bauarbeiten aufgestellt.
    Auf die Aufstellung des Signals »Sh 3« in einem gesperrten Gleis darf verzichtet werden, wenn keine Sperrfahrten eingelassen werden.

  6. Bei Bauarbeiten darf das Signal »Sh 3« vorübergehend als Ersatz für ein fehlendes oder ungültiges Vorsignal verwendet werden; die Züge sind durch die »La« oder durch Befehl »Ad« zu unterrrichten.


 § 28  

  1.   Signal Sh 4 – Knallsignal
    Sofort halten ! – Gefahr

    Akustisches Zeichen
    Nacheinander ertönen drei Knalle.


  2. Als Haltauftrag gilt schon ein Knall.

  3. Das Signal »Sh 4« wird angewandt, wenn ein Haltauftrag auf andere Weise nicht möglich ist oder nicht genügend sicher erscheint.

  4. Die drei Knallkapseln sind in der Regel auf dem rechten Schienenstrang in einem Abstand von mindestens je 30 m zu befestigen.

  5. Die Knallkapseln sind in einer Entfernung von mindestens 1000 m auf Hauptbahnen und 700 m auf Nebenbahnen vor der Gefahrenstelle legen. Diese Entfernung darf nur unterschritten werden, wenn die Dringlichkeit zum Auslegen in kürzerer Entfernung zwingt.

  6. Der Aufenthalt in der Nähe ausgelegter Knallkapseln ist bei fehlender Deckung nur in einem Abstand von mindestens 50 m von den ausgelegten Knallkapseln entfernt zulässig. Dieser Schutzabstand ist beim Auslegen von Knallkapseln in der Nähe von Wegübergängen, Bahnsteigen und dgl. zu berücksichtigen.

  7. Die Bestimmungen über die Ausrüstung der Dienstposten bzw. Beschäftigten mit Knallkapseln sowie "die Behandlung, Übergabe, Aufbewahrung und das Mitführen der Knallkapseln im Dienst" enthält die Dienstvorschrift gleichen Titels (DV Knallkapseln), DV 421.


 § 29  

  1. • • •     • • •     • • •
    Signal Sh 5 – Horn- oder Pfeifsignal
    Sofort halten ! – Gefahr

    Akustisches Zeichen
    Mehrmals nacheinander drei kurze Töne.

  2. Das Signal »Sh 5« wird gegeben, wenn das Signal »Sh 1« nicht gegeben werden kann oder nicht ausreichend erscheint.





 
 9.   Signale für das Zugpersonal  (Zp)
 

 § 30  Signale des Triebfahrzeugführers
  1. Die Signale werden mit der Fahrzeugpfeife oder der sie ersetzenden Einrichtung des Triebfahrzeuges gegeben.




  2. Signal Zp 1 – Achtungssignal
    Achtung !

    Akustisches Zeichen
    Ein mäßig langer Ton.


  3. Das Signal »Zp 1« dient dazu,
      – Aufmerksamkeit zu erregen
      – Menschen zu warnen
      – die Aufnahme eines Auftrages zu bestätigen.

    Es ist zu geben,
      – wenn es durch Vorschriften oder durch Pf-Signale vorgeschrieben ist
      – wenn es der Tf für erforderlich hält
      – vor dem Ingangsetzen von Zügen, die kein Abfahrsignal erhalten.

  4. Wo die Örtlichkeit oder andere Umstände es verlangen, ist das Achtungssignal nach Bedarf zu wiederholen. Bei unsichtigem Wetter ist das Signal »Zp 1« auch an den nicht durch Pfeiftafel gekennzeichneten ungesicherten Wegübergängen wiederholt zu geben.




  5. Signal Zp 2 – Handbremsen mäßig anziehen !

    Akustisches Zeichen
    Ein kurzer Ton.





  6. • • •
    Signal Zp 3 – Handbremsen stark anziehen !

    Akustisches Zeichen
    Drei kurze Töne schnell nacheinander.






  7. Signal Zp 4 – Handbremsen lösen !

    Akustisches Zeichen
    Zwei mäßig lange Töne nacheineinander.






  8. • • •   • • •   • • •
    Signal Zp 5 – Notsignal
    Es ist etwas Außergewöhnliches eingetreten – bremsen und Hilfe leisten !

    Akustisches Zeichen
    Mehrmals drei kurze Töne schnell nacheineinander.


  9. Das Signal »Zp 5« gilt für alle Eisenbahner, die es wahrnehmen.



 § 31  Hornrufsignale





  1. Signal Zp 6 – Kommen !

    Akustisches Zeichen
    Ein langer, ein kurzer und ein langer Ton oder

    Lichtsignal
    Ein langes, ein kurzes und ein langes Lichtzeichen.


  2. Das Signal »Zp 6« wird gegeben,
        a) um den Zugführer, Triebfahrzeugführer oder Kleinwagenführer an den Signalfernsprecher zu rufen (siehe § 55 Abs. 1 der FV),
        b) um auf Nebenbahnen bei Kreuzungen in Bahnhöfen signal den vor dem Signal So 5 haltenden Zug in hereinzurufen,
        c) zum Herbeirufen des Zugbegleitpersonals.

  3. Zum Geben des Signals »Zp 6« werden Horn, Hupe, Wecker, Leuchte, Fahrzeugpfeife (oder die sie ersetzende Einrichtung des Triebfahrzeugs) verwendet.



  4.   •    •
    Signal Zp 7 – Grenzzeichenfrei

    Akustisches Zeichen
    Zwei kurze, ein langer und ein kurzer Ton.


  5. Das Signal »Zp 7« dient der Grenzzeichenfreimeldung nach § 57 Abs. 6 der FV.



 § 32  

  1. Signal Zp 8 – Türen schließen !

    Lichtsignal
    Ein waagerechter, weißer Lichtstreifen.


  2. Das Signal erscheint in der Regel am Hauptsignal. Es wird von der Aufsicht angeschaltet und gibt dem Tf den Auftrag, die Türschließeinrichtung zu bedienen.









  3. Signal Zp 9a – Signal der Aufsicht
    Abfahren !


    Tageszeichen
    Eine runde, weiße Scheibe mit grünem Rand (Befehlsstab) wird hochgehalten.



    Nachtzeichen
    Ein grünes Licht wird hochgehalten.



    Lichtsignal
    Ein grünes Licht oder ein senkrechter, grüner Lichtstreifen.


  4. Das Lichtsignal ist ortsfest.

  5. Das Signal »Zp 9a« wird auch als Durchfahrauftrag gemäß § 48 Abs. 5 Buchstabe d) der FV und als Durchfahrankündigunggemäß § 48 Abs. 15 der FV gegeben.






  6. Signal Zp 9b – Signal des Zugführers
    Abfahren !


    Tageszeichen
    Eine grün-weiß, karierte Signalflagge wird seitlich hochgehalten.

    Nachtzeichen
    Ein grünes Licht wird hochgehalten.



 § 33  Fahrtregelungssignale
  1. Die Fahrtregelungssignale werden auf den von der Reichsbahndirehtion bestimmten Strecken im Auftrag des Dispatchers oder nach Ermessen des Fahrdienstleiters angewandt. Die Signale werden vom Fahrdienstleiter selbst oder in dessen Auftrag von der Aufsicht, dem Stellwerks- oder Weichenwärter oder dem Schrankenwärter gegeben.

  2. Die Signale, die auf beiden Seiten das gleiche Bild zeigen, werden dem Zuge so lange entgegengehalten, bis der Triebfahrzeugführer die Wahrnehmung durch das Signal »Zp 1« bestätigt. Bei Dunkelheit sind die Signale anzuleuchten.

  3. Beim Begegnen zweier Züge dürfen diese Signale nur gegeben werden, wenn Irrtum ausgeschlossen ist.



  4. Signal Zp 10 – K-Scheibe
    Fahrzeit kürzen !


    Formsignal
    Eine weiße, rotgeränderte dreieckige Scheibe mit einem schwarzen »K«.

  5. Durch das Signal »Zp 10« wird einem Zug der Auftrag erteilt, die im Buchfahrplan, Spalte 2, genannte Höchstgeschwindigkeit anzustreben, um andere Züge nicht aufzuhalten. Der Auftrag gilt bis zur nächsten im Fahrplan angegebenen Zugfolgestelle. Bei unsichtigem Wetter darf das Signal nicht angewendet werden.



  6. Signal Zp 11 – L-Scheibe
    Langsamer fahren !


    Formsignal
    Eine weiße, rotgeränderte rechteckige Scheibe in schräger Lage nach unten mit einem schwarzen »L«.

  7. Durch Signal »Zp 11« wird einem Zug der Auftrag erteilt, vom Erkennen des Signals bis zur nächsten im Fahrplan angegebenen Zugfolgestelle seine Geschwindigkeit etwa um die Hälfte zu ermäßigen, damit er am nächsten Hauptsignal nicht zum Halten kommt.



 § 34  Bremsprobesignale
  1. Bremsprobesignale werden zur Verständigung bei der Durchführung der Bremsprobe oder bei Bremsprüfungen angewandt.

  2. Die Signale werden als Hand- oder als Lichtsignale gegeben.

  3. Die Lichtsignale befinden sich rechts oder links vom Gleis.






  4.  


    Signal Zp 12 – Bremse anlegen !


    Tageszeichen
    Beide Hände werden über dem Kopf zusammengeschlagen.


    Nachtzeichen
    Die Handleuchte mit weißem Licht wird mehrmals mit der rechten Hand in einem Halbkreis gehoben und senkrecht schnell gesenkt.


    Lichtsignal
    Ein weißes Licht.









  5.  


    Signal Zp 13 – Bremse lösen !

    Tageszeichen
    Eine Hand wird über dem Kopf im Halbkreis mehrmals im Halbkreis hin- und hergeschwungen.

    Nachtzeichen
    Die Handleuchte mit weißem Licht wird über dem Kopf mehrmals im Halbkreis hin- und hergeschwungen.

    Lichtsignal
    Zwei weiße Lichter senkrecht übereinander.












  6. Signal Zp 14 – Bremse in Ordnung


    Tageszeichen
    Beide Arme werden gestreckt senkrecht hochgehalten.


    Nachtzeichen
    Die Handleuchte mit weißem Licht wird mehrmals in Form einer liegenden Acht bewegt.


    Lichtsignal
    Drei weiße Lichter senkrecht übereinander.


  7. Das Signal »Zp 14« ersetzt die Meldung "Bremse in Ordnung"; die Aufnahme des Handsignals
    »Zp 14« ist sinngemäß nach § 10 Abs. 6 Buchstabe a) der FV zu beteiligen.





 
 10.   Aufforderungssignale zum Pfeifen  (Pf)
 

 § 35  Allgemeines
  1. Die Signale gelten für Züge und Rangierlokomotiven.

  2. Die Signale sind ortsfest und stehen rechts, beim Gleiswechselbetrieb oder signalisierten Falschfahrbetrieb in der Regel links neben dem zugehörigen Gleis; sie werden bei Dunkelheit nicht beleuchtet.



 § 36  Pfeiftafeln

  1. Signal Pf 1 – Pfeiftafel vor Gefahrenstelle
    Achtungssignal (Zp 1) geben !


    Formsignal
    Eine weiße Tafel mit schwarzem »P«.


  2. Das Signal »Pf 1« steht 200 m vor einer Gefahrenstelle und unmittelbar vor Tunneleinfahrten. Es wird auf Anweisung der Reichsbahndirektion aufgestellt, jedoch nicht vor Wegübergängen.



  3.                      Signal Pf 2 – Pfeiftafel vor Wegübergang
    Zweimal pfeifen !


    Formsignal
    Zwei weiße Tafeln mit schwarzem »P« senkrecht übereinander.


  4. Das Signal »Pf 2« steht in der Regel fünfmal soviel Meter vor einem ungesicherten Wegübergang, wie die Streckengeschwindigkeit in km/h beträgt, mindestens jedoch 100 m.
    Wird für das Befahren des ungesicherten Wegübergangs eine Geschwindigkeitsbeschränkung durch ein Signal »Lf 4« angezeigt, dann ist das Signal »Pf 2« am Mast des Signals »Lf 4« anzubringen. Hinsichtlich des Standorts wird auf § 22 Abs. 3 verwiesen.

  5. Das Signal »Pf 2« wird auch vor durch Halbschrankenanlagen gesicherten Wegübergängen aufgestellt, wenn auf zweigleisigen Strecken für das Befahren des Gleises entgegen der gewöhnlichen Fahrtrichtung kein Signal »So 16« aufgestellt ist. Das Signal steht mindestens 200 m, höchstens jedoch 350 m vor dem Wegübergang und ist in der Regel links vom Gleis aufgestellt.

  6. Vom Signal »Pf 2« ab ist 3 Sekunden lang und kurz vor dem Wegübergang erneut zu pfeifen. Bei unsichtigem Wetter oder wenn Personen oder Fahrzeuge sich dem Wegübergang nähern, ist außerdem nach Bedarf zu pfeifen. Hat das Triebfahrzeug personal beiderseits der Strecke freie Sicht und nähern sich dem Wegübergang keine Menschen oder Fahrzeuge in gefahrdrohender Weise, dann darf das erneute Pfeifen kurz vor dem Wegübergang unterbleiben.

  7. Folgen mehrere Wegübergänge so dicht aufeinander, dass das Signal »Pf 2« für einen folgenden Wegübergang bereits vor dem rückgelegenen Wegübergang aufgestellt werden müsste, dann wird nur ein Signal »Pf 2« aufgestellt.
    Die Anzahl der Wegübergänge wird auf einer am Signal »Pf 2« angebrachten weißen Tafel in schwarzer Aufschrift angezeigt. Kurz vor einem folgenden Wegübergang ist erneut zu pfeifen.

  8. Wo Züge zwischen dem Signal »Pf 2« und dem Wegübergang planmäßig halten, steht eine weitere Pfeiftafel »Pf 2« hinter dem Halteplatz des Zuges. Über dein vor dem Halteplatz stehenden Signal ist dann ein Wiederholungszeichen in Form einer rechteckigen, weißen Tafel mit zwei senkrechten, schwarzen Strichen vorhanden.
    Das Signal »Pf 2« mit Wiederholungszeichen gilt nur für die vor dem Wegübergang nicht haltenden Züge.

  9. Die Reichsbahndirektion darf bestimmen, dass auf Schmalspurbahnen wegen besonderer örtlicher Verhältnisse die Wegebenutzer in anderer Weise als durch Pfeifsignale gewarnt werden.





 
 11.   Signale für den Rangierdienst  (Ra)
 

 § 37  Rangiersignale
  1. Die Rangiersignale sind gleichzeitig hörbar und sichtbar zu geben. Sie gelten bereits, wenn sie sichtbar aufgenommen werden (siehe auch Abs. 14). Der Stellwerks- oder Weichenwärter braucht die Signale »Ra 1« und »Ra 2« nur sichtbar zu geben. Zum Geben der sichtbaren Zeichen der Signale »Ra 1«, »Ra 2« und »Ra 5« hat der Stellwerks- oder Weichenwärter die rot-weiße Winkscheibe oder eine Handleuchte mit weißem Licht zu verwenden.



  2. Die Winkscheibe oder die Handleuchte muss so bewegt werden, dass die Vorderseite während der ganzen Bewegung voll sichtbar ist.

  3. Wird während des Schiebens von Fahrzeugen der Arm – bei Dunkelheit mit der Handleuchte – hochgehalten und gleichzeitig mit der Mundpfeife oder dem Horn ein langer Ton gegeben, so bedeutet dies Mäßigung der Geschwindigkeit.

  4. Wenn der Standort des Signalgebers Zweifel über die beabsichtigte Bewegungsrichtung entstehen lässt, ist anstelle der Signale »Ra 1« und »Ra 2« der Auftrag mündlich zu geben oder die Richtung anzuzeigen.










  5.      
    Signal Ra 1 – Wegfahren !

    Akustisches Signal
    Mit der Mundpfeife oder dem Horn ein langer Ton ...


    Tageszeichen
    Mehrmals senkrechte Bewegung des Arms von oben nach unten.

    Nachtzeichen
    Mehrmals senkrechte Bewegung der Handleuchte von oben nach unten.


  6. Das Signal »Ra 1« bedeutet, es soll in Richtung vom Signalgeber weggefahren werden.













  7. Signal Ra 2 – Herkommen !

    Akustisches Signal
    Mit der Mundpfeife oder dem Horn zwei mäßig lange Töne ...


    Tageszeichen
    Mehrmals langsame, waagerechte Bewegung des Arms hin und her.

    Nachtzeichen
    Mehrmals langsame waagerechte Bewegung der Handleuchte hin und her.


  8. Das Signal »Ra 2« bedeutet, es soll in Richtung auf den Signalgeber zugefahren werden.




  9. • •








    Signal Ra 3 – Aufdrücken !

    Akustisches Signal
    Mit der Mundpfeife oder dem Horn zwei kurze Töne nacheinander ...


    Tageszeichen
    Beide Arme in Schulterhöhe nach vorn heben und die flach
    ausgestreckten Hände wiederholt einander nähern.

    Nachtzeichen
    wie am Tage, in der einen Hand eine Handleuchte.


  10. Das Signal »Ra 3« bedeutet, es soll zum An- und Abkuppeln aufgedrückt werden. Nach dem Aufdrücken ist auch ohne Haltauftrag anzuhalten.




  11.  






    Signal Ra 4 – Abstoßen !


    Akustisches Signal
    Mit der Mundpfeife oder dem Horn zwei lange und ein kurzer Ton ...


    Tageszeichen
    Zweimal eine waagerechte Bewegung des Arms vom Körper nach außen und eine schnelle, senkrechte Bewegung nach unten.

    Nachtzeichen
    Zweimal eine waagerechte Bewegung der Handleuchte vom Körper nach außen und eine schnelle, senkrechte Bewegung nach unten.


  12. Das Signal »Ra 4« bedeutet, es sollen Fahrzeuge abgestoßen werden.




  13. • • •



              


    Signal Ra 5 – Halt !


    Akustisches Signal
    Mit der Mundpfeife oder dem Horn
    drei kurze Töne schnell nacheinander ...


    Tageszeichen
    Kreisförmige Bewegung des Arms oder einer weiß-rot-weißen Flagge.



    Nachtzeichen
    Kreisförmige Bewegung der Handleuchte.


  14. Das Signal »Ra 5« gilt bereits, wenn es nur sichtbar (siehe Abs. 1) oder nur hörbar aufgenommen wird.



 § 38  Abdrücksignale
  1. Die Signale werden beim Rangieren am Ablaufberg angewandt und sind Aufträge für das am Abdrücken beteiligte Triebfahrzeugpersonal.

  2. Die Signale können Form- oder Lichtsignale sein.

  3. Die Formsignale bestehen aus einem um den Mittelpunkt einer runden Scheibe drehbaren Balken, der bei Dunkelheit beleuchtet wird. Die runden Scheiben der Formsignale sind weiß oder schwarz.

  4. Bei den Lichtsignalen wird das Signalbild durch weiße Lichtstreifen auf einem dunklen Signalschirm dargestellt. Die Lichtstreifen können auch aus mehreren Lichtern gebildet sein.

  5. Das Abdrücksignal steht in der Regel am Scheitel des Ablaufberges neben den Berggleisen.

  6. Sind mehrere Abdrücksignale nebeneinander aufgestellt, so gilt jedes für bestimmt zu bezeichnende Berggleise.

  7. Die Signale können an den Berggleisen mit den gleichen Signalbildern wiederholt sein.



  8.              Signal Ra 6 – Halt !  Abdrücken untersagt !


    Formsignal
    Ein waagerechter, weißer Balken mit schwarzem Rand.


    Lichtsignal
    Ein waagerechter, weißer Lichtstreifen.





  9.              Signal Ra 7 – Langsam abdrücken !


    Formsignal
    Ein weißer Balken mit schwarzem Rand
    schräg nach rechts aufwärts.


    Lichtsignal
    Ein weißer Lichtstreifen schräg nach rechts aufwärts.





  10.              Signal Ra 8 – Mäßig schnell abdrücken !


    Formsignal
    Ein senkrechter, weißer Balken mit schwarzem Rand.



    Lichtsignal
    Ein senkrechter, weißer Lichtstreifen.


  11. Die bei den Signalen »Ra 7« und »Ra 8« einzuhaltenden Abdrückgeschwindigkeiten sind für jede Ablaufanlage im Bahnhofsbuch bekanntzugeben.





  12. Signal Ra 9 – Zurückziehen !


    Lichtsignal
    Ein senkrechter, weißer Lichtstreifen und vom oberen Ende nach rechts ein waagrechter, weißer Lichtstreifen.


  13. Das Signal »Ra 9« bedeutet, die Rangierabteilung soll entgegen der Ablaufrichtung vom Ablaufberg wegfahren. Der Auftrag zum Halten wird durch das Signal »Ra 6« erteilt.



 § 39  

  1.              Signal Ra 10 – Rangierhalttafel
    Über die Tafel hinaus darf nicht rangiert werden.


    Formsignal
    Eine oben halbkreisförmige, weiße Tafel mit schwarzem Rand. Bis auf weiteres darf die Tafel noch mit der Aufschrift »Halt für Rangierfahrten« versehen sein.


  2. Das Signal steht in der Regel rechts vom zugehörigen Gleis.

  3. Läßt es sich im Einzelfall nicht vermeiden, über das Signal hinaus zu rangieren, so ist hierfür Befehl Ad erforderlich (siehe § 15 Abs. 3 der FV).



 § 40  

  1.            



                
    Signal Ra 11 – Rangierhaltsignal
    Halt für Rangierabteilungen !



    Signal Ra 11a
    Ein gelbes »W« mit schwarzem Rand.






    Signal Ra 11b
    Ein weißes »W« mit schwarzem Rand.


  2. Das Signal »Ra 11« steht rechts neben dem zugehörigen Gleis.

  3. Bei Dunkelheit ist das Signal »Ra 11« zu beleuchten. Die Reichsbahndirektion bestimmt, wo beim Signal »Ra 11b« auf die Beleuchtung verzichtet werden kann. Soweit Beleuchtung vorgesehen, ist das Signal »Ra 11« bei unsichtigem Wetter auch am Tage zu beleuchten.

  4. Bevor mit der Spitze einer Rangierabteilung am Rangierhaltsignal vorbeigefahren werden darf, muss der Stellwerks- oder Weichenwärter für begleitete Rangierabteilungen eine Zustimmung und für unbegleitete Rangierabteilungen einen Fahrauftrag gegeben haben.

  5. Der Stellwerks- oder Weichenwärter gibt für begleitete Rangierabteilungen die Zustimmung an den Rangierleiter oder - bei geschobenen Rangierabteilungen - an den Betriebseisenbahner vor oder auf dem ersten Wagen
        – beim Signal »Ra 11a« durch Signal »Ra 12«,
        – beim Signal »Ra 11b« durch Hochhalten des Armes, einer weißen rechteckigen Tafel oder einer Handleuchte mit weißem Licht, mündlich oder fernmündlich.
    Am Signal »Ra 11a« braucht der Triebfahrzeugführer einer begleiteten Rangierabteilung nicht anzuhalten, wenn bei Vorbeifahrt der Spitze der Rangierabteilung das Signal »Ra 12« leuchtet.
    Am Signal »Ra 11b« darf der Triebfahrzeugführer mit der Spitze einer begleiteten Rangierabteilung nur vorbeifahren, wenn der Rangierleiter hierzu einen Fahrauftrag erteilt. Der Fahrauftrag darf bereits nach Erhalt der Zustimmung bei Annäherung an das Signal erteilt werden.
    Wenn bei gezogenen Rangierabteilungen der Rangierleiter während der Rangierfahrt das Erteilen der Zustimmung von seinem Platz aus nicht beobachten kann, darf er diese Aufgabe - für jede Rangierfahrt besonders – dem Triebfahrzeugführer übertragen. Dieser unterrichtet den Lokomotivheizer (Beimann). Wird die Zustimmung vom Lokomotivheizer (Beimann) aufgenommen, dann gibt er sie an den Triebfahrzeugführer weiter. Vor der Vorbeifahrt am Signal »Ra 11a« hat sich der Triebfahrzeugführer jedoch vom Leuchten des Signals »Ra 12« selbst zu überzeugen. Beim Vorbeifahren am Signal »Ra 11b« entfällt in diesem Falle der Fahrauftrag des Rangierleiters. Nimmt das Triebfahrzeugpersonal die Zustimmung nicht wahr, dann ist anzuhalten; für das erneute Ingangsetzen der Rangierabteilung ist ein Fahrauftrag des Rangierleiters erforderlich.

  6. Der Stellwerks- oder Weichenwärter erteilt für unbegleitete Rangierabteilungen den Fahrauftrag an den Triebfahrzeugführer
        – beim Signal »Ra 11a« durch Signal »Ra 12«,
        – beim Signal »Ra 11b« durch Signal »Ra 1«, »Ra 2«, mündlich oder fernmündlich.
    Hat der Lokomotivheizer (Beimann) den Fahrauftrag aufgenommen, dann gibt er ihn an den Triebfahrzeugführer weiter. Vor der Vorbeifahrt am Signal »Ra 11a« hat sich der Triebfahrzeugführer jedoch vom Leuchten des Signals »Ra 12« selbst zu überzeugen.

  7. Das Signal »Ra 11a« wird nur in Verbindung mit dem Signal »Ra 12« angewandt.
    Das Signal »Ra 11b« wird alleinstehend sowie an Drehscheiben und Schiebebühnen, und zwar stets ohne das Signal »Ra 12« angewandt.
    Das Signal »Ra 11b« an Drehscheiben und Schiebebühnen zeigt an, dass diese von Fahrzeugen erst befahren oder verlassen werden dürfen, wenn der Wärter hierfür einen Fahrauftrag erteilt.



 § 41  

  1.                



                               Rückseite
    Signal Ra 12 – Rangierfahrtsignal
    Rangierfahrt erlaubt.



    Lichtsignal
    Zwei weiße Lichter nach rechts steigend.
       

  2. Das Signal »Ra 12« wird angewandt
        a) in Verbindung mit Signal »Ra 11a« oder Signal »Hf 0«, »Hl 13«, »Hl 100«, »Sv 4«,
        b) alleinstehend zum Aufheben des Fahrverbots nach Verlöschen des Lichtsperrsignals (Signal Lsp) oder ausnahmsweise in anderen Fällen, wenn hierzu ein betriebsdienstliches Bedürfnis besteht (z. B. beim Umsetzen von S-Bahn-Zügen).

  3. Das Aufleuchten des Signals »Ra 12« gilt für begleitete Rangierabteilungen als Zustimmung des Stellwerks- oder Weichenwärters an den Rangierleiter oder - bei geschobenen Rangierabteilungen - an den Betriebseisenbahner vor oder auf dem ersten Wagen
    und
    für unbegleitete Rangierabteilungen als Fahrauftrag des Stellwerks- oder Weichenwärters an den Triebfahrzeugführer. Hat der Heizer (Beimann) den Fahrauftrag aufgenommen, dann gibt er ihn an den Triebfahrzeugführer weiter. Der Triebfahrzeugführer hat sich jedoch vom Leuchten des Signals »Ra 12« selbst zu überzeugen.

  4. Wenn mehrere Rangierabteilungen vor einem Signal »Ra 12« halten oder sich ihm nähern, gilt die Zustimmung oder der Fahrauftrag (gemäß Abs. 3) nur für die erste Rangierabteilung. Jede folgende Rangierabteilung muss das erneute Erscheinen des Signals »Ra 12« abwarten.
    Erlischt das Signal »Ra 12«, bevor die Spitze einer Rangierabteilung daran vorbeigefahren ist, so gilt die Zustimmung oder der Fahrauftrag als zurückgenommen; es muss das erneute Erscheinen des Signals »Ra 12« abgewartet werden.

  5. Rangierfahrbsignale, bei denen das Leuchten des Signals »Ra 12« stets als Zustimmung bei begleiteten Rangierabteilungen oder als Fahrauftrag bei unbegleiteten Rangierabteilungen gilt, werden durch eine weiße, runde Scheibe mit schwarzem Ring und weißem Rand (Kreisscheibe) gekennzeichnet (siehe § 14 Abs. 12).
    Die Anwendung bestimmt die Reichsbahndirektion. Die durch Kreisscheibe gekennzeichneten Rangierfahrtsignale sind im Bahnhofsbuch bekanntzugeben.

  6. Der Triebfahrzeugführer einer begleiteten Rangierabteilung braucht vor dem Signal »Ra 11a«, »Hl 13«, »Sv 4« oder dem mit dem Signal »Ra 12« ausgerüsteten Signal »Hf 0« oder »Hl 100« nicht anzuhalten, wenn bei Vorbeifahrt der Spitze der Rangierabteilung das Signal »Ra 12« leuchtet.

  7. Wenn bei gezogenen Rangierabteilungen der Rangierleiter während der Rangierfahrt das Erteilen der Zustimmung durch das Signal »Ra 12« von seinem Platz aus nicht beobachten kann, darf er diese Aufgabe - für jede Rangierfahrt besonders – dem Triebfahrzeugführer übertragen. Dieser unterrichtet den Heizer (Beimann). Wird die Zustimmung vom Lokomotivheizer (Beimann) aufgenommen, dann gibt er sie an den Triebfahrzeugführer weiter. Dieser hat sich jedoch vom Leuchten des Signals »Ra 12« selbst zu überzeugen. Nimmt das Triebfahrzeugpersonal die Zustimmung nicht wahr, dann ist anzuhalten; für das erneute Ingangsetzen der Rangierabteilung ist ein Fahrauftrag des Rangierleiters erforderlich.

  8. Beim Versagen des Signals »Ra 12« - hierzu rechnet auch das Versagen eines der beiden Lichter – ist nach § 16 Abs. 7 der FV zu verfahren.





 
 12.   Weichensignale  (Wn)
 

 § 42  Allgemeines
  1. Die Weichensignale zeigen an, für welchen Fahrweg die Weiche gestellt ist.

  2. Die Weichensignale sind bei Dunkelheit beleuchtet, wenn und solange der Betrieb es erfordert. Sie können auch rückstrahlend sein.



 § 43  Signale für einfache Weichen und einfache Kreuzungsweichen


  1. Signal Wn 1 – Gerader Zweig
    Von der Weichenspitze oder vom Herzstück aus gesehen.

    Formsignal
    Ein auf der Schmalseite stehendes, weißes Rechteck auf schwarzem Grund.


  2. Bei einer Innenbogenweiche zeigt das Signal »Wn 1« den Fahrweg durch den schwächergebogenen zweig an.



  3.       


          
    Signal Wn 2a – Gebogener Zweig
    Von der Weichenspitze aus gesehen.

    Formsignal
    Ein weißer Pfeil oder Streifen auf schwarzem Grund zeigt entsprechend der Ablenkung schräg nach links oder rechts aufwärts.

    Bei Innenbogenweichen zeigt das Signal den Fahrweg durch den stärker gebogenen Zweig an.

    Bei Außenbogenweichen wird für beide Fahrwege das Signal »Wn 2a« verwendet, wobei der Pfeil je nach Richtung des abzweigenden Gleises nach links oder rechts schräg aufwärts steht.




  4. Signal Wn 2b – Gebogener Zweig
    Vom Herzstück aus gesehen, bei einfachen Weichen und Innenbogenweichen.

    Formsignal
    Eine runde, weiße Scheibe auf schwarzem Grund.





  5.       
    Signal Wn 2c – Gebogener Zweig
    Vom Herzstück aus gesehen, bei Außenbogenweichen.

    Formsignal
    Eine nach links oder rechts geöffnete, schwarze Sichel auf runder, weißer Scheibe mit schwarzem Grund.

    Bei Außenbogenweichen zeigt das Signal für Fahrten aus dem linksseitigen Gleis eine nach links und für Fahrten aus dem rechtsseitigen Gleis eine nach rechts geöffnete Sichel.



 § 44  Signale für doppelte Kreuzungsweichen
  1. Die Bezeichnungen links und rechtsin der Signalbedeutung geben an, dass die Weiche für die Fahrt in den oder aus dem entsprechenden Zweig steht.

  2. Bei doppelten Kreuzungsweichen wird die Richtungdes Fahrwegs durch weiße Streifen auf schwarzem Grund gekennzeichnet, und zwar gibt der untere Streifen die Fahrt in die Weiche, der obere die Fahrt aus der Weiche an.



  3.         Signal Wn 3 – Geradeaus von links nach rechts

    Formsignal
    Die Streifen bilden eine von links nach rechts steigende gerade Linie.





  4.         Signal Wn 4 – Geradeaus von rechts nach links

    Formsignal
    Die Streifen bilden eine von rechts nach links steigende gerade Linie.





  5.         Signal Wn 5 – Im Bogen von links nach links

    Formsignal
    Die Streifen bilden einen nach links geöffneten rechten Winkel.





  6.         Signal Wn 6 – Im Bogen von rechts nach rechts

    Formsignal
    Die Streifen bilden einen nach rechts geöffneten rechten Winkel.





 
 13.   Signale an Zügen und Kleinwagen  (Zg)
 

 § 45  Signale an der Zugspitze
  1. Die Signale kennzeichnen die Spitze der Züge und der auf die freie Strecke ünergehende Kleinwagen.

  2. Die Nachtzeichen der Signale sind auch bei Tage anzuwenden
      a) bei unsichtigem Wetter,
      b) bei Fahrten durch Tunnel, wenn eine vollständige Verfinsterung eintritt,
      c) an den Wendezugsteuer- und Befehlswagen.



  3.  




    Signal Zg 1 – Regelspitzensignal
    Kennzeichnung der Spitze von Zügen und von auf die freie Strecke übergehenden Kleinwagen.



    Tageszeichen
    Kein Signal.



    Nachtzeichen
    Vorn am ersten Fahrzeug.

    Signal Zg 1a
    Drei weiße Lichter in Form eines »A« (Dreilichtspitzensignal).


    Signal Zg 1b
    Zwei weiße Lichter in gleicher Höhe.



    Signal Zg 1c
    An Kleinwagen ein weißes Licht, sofern nicht das Signal »Zg 1a« oder »Zg 1b« geführt werden kann.


  4. Auf Nebenbahnen mit ungesicherten Wegübergängen muss das Signal »Zg 1a« geführt werden. Auf den anderen Strecken ist es zu führen, wenn die Triebfahrzeuge damit ausgerüstet sind. Auf elektrisch betriebenen S-BahnStrecken wird das dritte Spitzenlicht durch das beleuchtete Richtungsschild ersetzt.

  5. Das Regelspitzensignal ist auch an Schiebelokomotiven zu führen, die nicht durch Schraubenkupplung mit dem Zug verbunden sind.

  6. Geschobene Züge führen als Nachtzeichen das Signal »Zg 1b«. Bei geschobenen Übergabe- und Arbeitszügen, die keine ungesicherten Wegübergänge befahren, sowie bei im Störungsfall zurücksetzenden Zügen gilt die Handleuchte des Betriebseisenbahners auf der Zugspitze als Spitzensignal.



  7.  



    Signal Zg 2 – Falschfahrtsignal
    Kennzeichnung der Spitze von Zügen und Kleinwagen auf falschem Gleis.


    Tageszeichen
    Kein Signal.




    Nachtzeichen


    Signal Zg 2a
    Die linke Laterne des Regelspitzensignals »Zg 1a« ist rot geblendet.


    Signal Zg 2b
    Die linke Laterne des Regelspitzensignals »Zg 1b« ist rot geblendet.


    Signal Zg 2c
    An Kleinwagen ein rotes Licht, sofern nicht das Signal »Zg 2a« oder »Zg 2b« geführt werden kann.




 § 46  Signale am Zugschluß
  1. Die Signale kennzeichnen den Schluss der Züge und der auf die freie Strecke übergehenden Kleinwagen.

  2. Die Nachtzeichen sind ab dem Bahnhof zu führen, wo der Zug zuletzt vor Beginn der im Anhang I angegebenen Beleuchtungszeit hält. Die Tageszeichen sind ab dem Bahnhof zu führen, auf dem der Zug hält, nachdem es vollkommen hell geworden ist.
    Ein Zug ohne Zugbegleiter erhält die Nachtzeichen auf dem Zugbildungsbahnhof oder auf dem Lokomotivwechselbahnhof, auf dem der Zug vor Beginn der Beleuchtungszeit hält.

  3. Abweichend von Abs. 2 sind die Nachtzeichen der Signale auch bei Tage anzuwenden
        a) bei unsichtigem Wetter,
        b) bei Fahrten durch Tunnel, wenn es im AzFV, Teil I, bestimmt ist,
        c) bei Fahrzeugen mit eingebauten elektrischen Zugschlußsignalen.



  4.  


    Signal Zg 3 – Regelschlußsignal

    Tageszeichen
    Am lezten Fahrzeug in gleicher Höhe zwei viereckige, von vorn und von hinten sichtbare rot-weiße Scheiben oder das Nachtzeichen des Signals.

    Nachtzeichen
    Am letzten Fahrzeug in gleicher Höhe und von hinten sichtbare rote Lichter.
    Bei allen luftgebremsten Reisezügen ist die Sichtbarkeit des Tages- und Nachtzeichens nach vorn nicht erforderlich.



    Anmerkung
    Um bei Güterzügen die volle Sichtbarkeit des Zugschlußsignals von hinten und mindestens eine teilweise Sichtbarkeit von vorn zu gewährleisten, dürfen an Güterwagen die Signalmittel des Tages- oder Nachtzeichens an Signalstützen
    in unterschiedlicher Höhe angebracht werden.


  5. Bei Zügen mit Schiebe- oder Schlußlokomotive trägt das letzte Fahrzeug des Zuges das Signal »Zg 3« oder »Zg 4«. Außerdem hat die Schiebe- oder Schlußlokomotive – bei zweien die hintere – das Schlußsignal zuführen; laufen noch Wagen hinter der Schiebelokomotive, so ist das Signal »Zg 4« am letzten Fahrzeug hinter der Schiebelokomotive anzubringen.
    Die Reichsbahndirektion darf zulassen, dass nur die Schiebe- oder Schlußlokomotive das Schlußsignal führt (siehe auch § 66 Abs. 16 der FV).




  6.  


    Signal Zg 4 – Vereinfachtes Schlußsignal


    Tageszeichen
    Hinten am letzten Fahrzeug rechts eine runde, rote Scheibe mit weißem Rand oder das Nachtzeichen des Signals.

    Nachtzeichen
    Hinten am letzten Fahrzeug rechts ein rotes Licht.




    Anmerkung
    Als Signal »Zg 4« darf hinten am Fahrzeug auch ein Signalmittel des Tages- oder Nachtzeichens vom Signal »Zg 3« verwendet werden.


  7. Das Signal »Zg 4« dürfen führen
        – Dampflokomotiven, einzeln oder am Schluß des Zuges, ausgenommen bei Wendezügen,
        – ausgenutzte Lokomotivleerfahrten bis zu 50 Achsen,
        – Arbeitszüge,
        – schwere Nebenfahrzeuge,
        – Übergabezüge,
        – Züge auf eingleisigen Nebenbahnen mit einer Streckengeschwindigkeit bis zu 40 km/h, wenn es im AzFV, Teil I, zugelassen ist.

  8. Einzeln fahrende Kleinwagen und Kleinwagen mit Anhänger, die auf die freie Strecke übergehen, führen bei Tage kein Schlußsignal, bei Dunkelheit das Nachtzeichen des vereinfachten Schlußsignals.

  9. Auf Strecken, auf denen permissives Fahren (siehe § 1 Abs. 14) zulässig ist, darf das Signal »Zg 4« nur an Dampflokomotiven, schweren Nebenfahrzeugen und Kleinwagen geführt werden.





 
 14.   Signale an einzelnen Fahrzeugen  (Fz)
 

 § 47  Rangierlokomotivsignal

  1.   Signal Fz 1 – Lokomotive im Rangierdienst

    Tageszeichen
    Kein Signal.

    Nachtzeichen
    Vorn und hinten ein weißes Licht.
    Statt des vorderen Lichtes darf auch das Regelspitzensignal geführt werden.


  2. Das Nachtzeichen ist bei unsichtigem Wetter auch am Tage anzuwenden.

  3. Müssen ungesicherte Wegübergänge befahren werden, so ist das Regelspitzensignal zu führen.



 § 48  Signale an Wagen

  1.   Signal Fz 2 – Gelbe Flagge
    Besetzte Schlaf-, Speise-, Bahnpostwagen und dergleichen während eines Stillagers
    .

    Tages- und Nachtzeichen
    An beiden Langseiten des Wagens je eine gelbe Flagge.


  2. Unter Stillager ist die Zeit außerhalb der Zugförderung zu verstehen, also auch die Zeit, in der der Wagen rangierdienstlich behandelt wird.

  3. Das Signal »Fz 2« wird auch angewandt bei besetzten Begleiterwagen, bei besetzten Mannschaftswagen in Militär-Einzeltransporten, bei besetzten Wohnwagen der Bauzüge, bei Reisezug- und Gepäckwagen mit besetztem Küchen- oder Postabteil sowie bei besetzten und unbesetzten Wagen für kulturelle, soziale und technische Zwecke, z. B. Kinowagen, Zahnstationen, Röntgenwagen und Meßwagen.

  4. Alle Wagen, die das Signal »Fz 2« führen, werden bei Dunkelheit während eines Stillagers nach außen kenntlich, im Innern beleuchtet, soweit Einrichtungen und Bauart dies zulassen.

  5. Das Signal »Fz 2« wird vom Personal der Wagen angebracht.



  6.   Signal Fz 3 – Pulverflagge
    Wagen mit explosiven Gegenständen.


    Tages- und Nachtzeichen
    An beiden Langseiten des Wagens je eine viereckige, schwarze Flagge mit weißem »P«.




  7. Signal Fz 4 – Giftflagge
    Wagen mit giftigen Stoffen.


    Tages- und Nachtzeichen
    An beiden Langseiten des Wagens je eine viereckige, orangefarbene Flagge mit schwarzem Rand und Totenkopf.

  8. Die Flaggen der Signale »Fz 3« und »Fz 4« müssen aus festem Material (Holz, Blech o. dgl.) hergestellt sein. Die Signale sind vom Versender anzubringen.

  9. Die Größe der Signalflaggen »Fz 2«, »Fz 3« und »Fz 4« beträgt 30 x 30 cm.





 
 15.   Zugmeldesignale, Gefahrensignale  (Zm)
 

 § 49  Signale »Zm 1« und »Zm 2«
  1. Die Signale werden in der Regel als Klingelzeichen auf der Streckenfernsprechverbindung gegeben. Die akustischen Signale können entsprechend der vorhandenen Fernsprecheinrichtung durch die optische Anzeige ergänzt oder ersetzt werden.



  2. Signal Zm 1 – Zugmeldesignal
    Sofort am Fernsprecher melden !


    Akustisches Signal
    Ein Klingelzeichen von 2 bis 3 Sekunden Dauer
    (entspricht 6 Kurbelumdrehungen).

  3. Durch das Zugmeldesignal wird eine Zugmeldung oder eine fahrdienstliche Meldung gleicher Art angekündigt.



  4.     Signal Zm 2 – Gefahrensignal
    Alle Fahrten anhalten ! - Gefahr !


    Akustisches Signal
    Drei Klingelzeichen von je 4 bis 6 Sekunden Dauer
    (entspricht je 10 Kurbelumdrehungen).


  5. Das Signal »Zm 2« ist anzuwenden, wenn durch das An- oder Zurückhalten aller Fahrten eine drohende Gefahr abgewendet oder eine Unfallmeldung auf der Streckenfernsprechverbindung gegeben werden soll.

  6. Wenn das Signal »Zm 2« aufgenommen wird, sind sofort die Schranken zu schließen und alle Fahrten an- oder zurückzuhalten. Eine Zugmeldestelle (möglichst die Unfallmeldestelle) hat sich zur Entgegennahme einer Unfallmeldung oder Meldung über eine Betriebsgefahr am Fernsprecher zu melden, die übrigen angeschlossenen Sprechstellen hören mit, ohne sich zu melden.
    Die Zurücknahme des Gefahrensignals ist den Beteiligten fernmündlich mitzuteilen.





 
 16.   Warnsignale bei Arbeiten im Gefahrenbereich der Gleise  (Wa)
 

 § 50  Allgemeines
  1. Warnsignale dienen zur Gewährleistung der Arbeits- und Betriebssicherheit bei Arbeiten im Gefahrenbereich der Gleise. Sie bestimmen das Verhalten der Beschäftigten bei der Annäherung und Vorbeifahrt von Fahrzeugen.

  2. Die Warnsignale sind mit zugelassenen Signalmitteln zu geben.

  3. Durch den Verantwortlichen bzw. Aufsichtführenden sind die Beschäftigten vor Aufnahme der Arbeit in den zur Anwendung kommenden Warnsignalen und deren Bedeutung sowie in den damit entsprechend den örtlichen Bedingungen verbundenen Verhaltensanforderungen zu unterweisen.



 § 51  Signale »Wa 1« bis »Wa 4«

  1.   Signal Wa 1 – Vorsicht – Fahrt im benachbarten Gleis
    Gefahrenbereich benachbarter Gleise verlassen bzw. nicht betreten.


    Akustisches Signal
    Ein langer Ton.


  2. Das Signal »Wa 1« ist bei der Annäherung von Fahrzeugen im benachbarten Gleis anzuwenden, wenn
        a) das Arbeitsgleis gesperrt ist,
        b) die Arbeitsstelle außerhalb des Gefahrenbereiches befahrener Gleise liegt, die Beschäftigten
            jedoch unbeabsichtigt in deren Gefahrenbereich hineingelangen können oder
        c) dies bei Arbeiten im nicht gesperrten Gleis durch eine Sonderregelung genehmigt wurde.



  3.     Signal Wa 2 – Arbeitsgleis räumen und Gefahrenbereich verlassen

    Akustisches Signal
    Zwei lange Töne.


  4. Das Signal »Wa 2« ist anzuwenden, wenn
        a) sich die Arbeitsstelle im Gefahrenbereich eines nicht gesperrten Arbeitsgleises befindet und sich Fahrzeuge auf - diesem Gleis - einem Nachbargleis oder
        b) eine Sperrfahrt, eine Rangierfahrt im Baugleis bzw. eine Fahrt im gesperrten Bahnhofsgleis den Bereich der Arbeitsstelle befahren soll und das Räumen und Verlassen nicht anderweitig veranlasst wird.




  5. • •   • •   • •
      
    Signal Wa 3 – Gefahrenbereich schnellstens verlassen

    Akustisches Signal
    Zwei kurze Töne, mindestens fünfmal hintereinander.


  6. Das Signal »Wa 3« ist bei plötzlich auftretender Gefahr zu geben.



  7. Signal Wa 4 – Fahnenschild
    Kennzeichnung der Gleisseite des Aufstellplatzes.


    Formsignal
    Ein weißes Fahnenschild mit schwarzem Rand.


  8. Das Signal »Wa 4« kennzeichnet die Gleisseite, nach der beim Ertönen des Signals »Wa 2« – soweit möglich, auch beim Ertönen des Signals »Wa 3« – der Gefahrenbereich zu verlassen und der Aufstellplatz aufzusuchen ist.

  9. Das Signal »Wa 4« ist in der Nähe der Beschäftigten gleichlaufend zum Gleis
        – in der Mittellinie des Aufstellplatzes, wenn sich dieser zwischen zwei Gleisen befindet
        – sonst 3 m von Gleismitte entfernt,
    aufzustellen.
    Die Anzahl der aufzustellenden Signale »Wa 4« richtet sich nach der Länge der Arbeitsstelle, wobei der Abstand voneinander höchstens 50 m betragen soll.





 
 17.   Sonstige Signale  (So)
 

 § 52 

    Signal So 1

    Bleibt offen



 § 53  

  1.              Signal So 2 – Schachbrettafel
    Das Hauptsignal steht nicht unmittelbar rechts neben oder über dem Gleis.


    Formsignal
    Eine viereckige, schachbrettartig schwarz und weiß gemusterte Tafel.


  2. Die Schachbrettafel steht unmittelbar rechts neben dem Gleis in Höhe des Hauptsignals. Die Tafel wird bei Dunkelheit nicht beleuchtet; die weißen Felder können rückstrahlend sein.
    Die Linksstellung der für den Gleiswechselbetrieb und den signalisierter Falschfahrbetrieb aufgestellten Blocksignale der Abzweigstellen und Einfahrsignale wird nicht durch das Signal »So 2« angezeigt.

  3. Das Signal besteht in der Regel aus einer hohen rechteckigen Tafel, wo diese nicht aufgestellt werden kann, aus einer niedrigen quadratischen Tafel.

  4. Werden bei Bauzuständen Schachbrettafeln aufgestellt, so ist dies in der »La« bekanntzugeben.



 § 54  

  1. Signal So 3a – Vorsignaltafel
    Kennzeichnung des Standortes eines Lichtvorsignals oder zweibegriffigen Formvorsignals.


    Formsignal
    Eine schwarzgeränderte, weiße Rechtecktafel mit zwei übereinander stehenden schwarzen Winkeln, die sich mit der Spitze berühren.




  2. Signal So 3b – Vorsignaltafel
    Kennzeichnung des Standortes eines dreibegriffigen Formsignals.


    Formsignal
    Die Vorsignaltafel wie zu Signal »So 3a« und darüber eine dreieckige, schwarzgeränderte, weiße Tafel mit einem schwarzem Punkt.




  3. Signal So 3c – Vorsignaltafel
    Kennzeichnung des Standortes eines im verkürzten Bremswegabstand stehenden Lichtvorsignals oder zweibegriffigen Formsignals.


    Formsignal
    Eine schwarzgeränderte, weiße Tafel mit zwei übereinander stehenden schwarzen Winkeln, deren Spitzen durch einen schwarzen Ring verdeckt sind.




  4. Signal So 3d – Vorsignaltafel
    Kennzeichnung des Standortes eines im verkürzten Bremswegabstand stehenden dreibegriffigen Formsignals.

    Formsignal
    Die Vorsignaltafel wie zu Signal »So 3c« und darüber eine dreieckige, schwarzgeränderte, weiße Tafel mit einem schwarzem Punkt.


  5. Die Vorsignaltafel steht in der Regel unmittelbar vor dem Vorsignal und wird nicht beleuchtet. Vor einem Lichtvorsignal, das am Mast eines Lichthauptsignals angebracht ist, wird keine Vorsignaltafel aufgestellt.
    Bei einem über dem Gleis angebrachten Vorsignal befindet sich die Vorsignaltafel über dem Vorsignal.

  6. Bei Bauzuständen kann die Vorsignaltafel auch allein unmittelbar rechts neben dem Gleis stehen zur kennzeichnung eines Vorsignals, das nicht unmittelbar rechts neben dem Gleis steht. Das Aufstellen der Vorsignaltafel ist in der »La« bekanntzugeben.



 § 55  

  1.                      Signal So 4 – Vorsignalbaken
    Ein Vorsignal ist zu erwarten.


    Formsignal
    Mehrere aufeinanderfolgende viereckige, weiße Tafeln mit einem oder mehreren nach rechts ansteigenden schwarzen Streifen, deren Anzahl in der Fahrtrichtung abnimmt.



  2.            Vorsignalbaken sind in der Regel hohe rechteckige Tafeln; bei beschränktem Raum sind niedrige quadratische Tafeln vorhanden.


  3. Vorsignalbaken sind in der Regel nur auf Hauptbahnen aufgestellt.

  4. Es stehen in der Regel drei, in Ausnahmefällen bis zu fünf Baken unmittelbar rechts vom zugehörigen Gleis (auch bei Bauzuständen). Die in der Fahrtrichtung letzte Bake steht 100 m vor dem Vorsignal; die anderen Baken stehen in je 75 m Abstand voneinander davor.
    Die Vorsignalbaken für den Gleiswechselbetrieb oder den signalisierten Falschfahrbetrieb stehen unmittelbar links neben dem Gleis. Hinsichtlich der Abweichung wird auch auf § 2 Abs. 6 verwiesen.

  5. Vorsignalbaken sind nur in Tunneln beleuchtet.

  6. Vorsignale der Ausfahr- oder Zwischensignale, Vorsignalwiederholer und Vorsignale, die am rückgelegenen Hauptsignal stehen, werden nicht durch Baken angekündigt.



 § 56 

  1. Signal So 5 – Trapeztafel
    Kennzeichnung der Stelle, wo bestimmte Züge vor der Einfahrt zu halten haben.


    Formsignal
    Eine weiße Trapeztafel mit schwarzem Rand an einem schwarz und weiß schräg gestreiftem Pfahl.


  2. Das Signal wird nur auf Nebenbahnen angewandt und steht unmittelbar rechts vom Gleis.

  3. Die Reichsbahndirektion bestimmt, wo das Signal bei Dunkelheit zu beleuchten ist. Das Signal kann mit Rückstrahlern ausgerüstet sein.

  4. Die Trapeztafel ist auf Bahnhöfen vorhanden, wenn Einfahrsignale fehlen. Hinsichtlich der Aufstellung von Trapeztafeln auf Strecken mit vereinfachtem Nebenbahndienst wird auf die Betriebsvorschrift für den einfachten Nebenbahndienst (BNd), DV 437, verwiesen.

  5. Der Triebfahrzeugführer des vor dem Signal zum Halten gekommenen Zuges gibt das Achtungssignal (Signal »Zp 1«).
    Hinsichtlich des Hereinrufens des Zuges in den Bahnhof wird auf § 31 Abs. 2 Buchst. b) verwiesen.



 § 57  

  1. Signal So 6 – Kreuztafel
    Bei fehlendem Vorsignal wird angezeigt, dass ein Hauptsignal zu erwarten ist.


    Formsignal
    Eine weiße Sechseckscheibe mit liegendem, schwarzem Kreuz an einem schwarz und weiß schräg gestreiftem Pfahl.


  2. Das Signal »So 6« wird nur auf Nebenbahnen angewandt.

  3. Die Kreuztafel ist im Abstand des für die Strecke festgelegten Bremsweges vor dem Hauptsignal unmittelbar rechts neben dem Gleis aufgestellt.

  4. Das Signal wird bei Dunkelheit nicht beleuchtet. Das Signal kann mit Rückstrahlern ausgerüstet sein.



 § 58  





  1. Signal So 7 – Schneepflugtafel

    Signal So 7a
    Pflugschar heben.


    Formsignal
    Eine weiße Pfeilspitze mit schwarzem Rand zeigt nach oben.

    Signal So 7b
    Pflugschar senken.


    Formsignal
    Eine weiße Pfeilspitze mit schwarzem Rand zeigt nach unten.


  2. Das Signal gilt nur für Schneepflüge mit beweglichen Pflugscharen. Es kennzeichnet Gleisabschnitte, in denen die Pflugschare nicht gesenkt sein dürfen.

  3. Das Signal wird nach Festlegung der Bahnmeisterei in der Regel rechts neben dem Gleis an Stellen aufgestellt, die für Schneepflugfahrten besonders erkennbar gemacht werden müssen, z. B. bei Wegübergängen und erhöhten Bahnsteigen der Haltepunkte. Es wird nicht beleuchtet.

  4. Das Signal »So 7b« wird nicht aufgestellt, wenn das Ende des zu kennzeichnenden Gleisabschnittes durch das Signal »So 7a« der Gegenrichtung erkennbar ist.



 § 59  

  1.          Signal So 8 – H-Tafel
    Kennzeichnung des Halteplatzes der Zugspitze bei planmäßig haltenden Zügen.


    Formsignal
    Eine schwarzes Rechteck mit weißem »H«.


  2. Das Signal »So 8« ist ortsfest und steht in der Regel rechts vom Gleis.




  3.                Wo das Halten bestimmter Züge geregelt werden muss ist das Signal durch eine zusätzliche Aufschrift ergänzt, z. B. "Kurzzug", "Reisezug", "40x". Durch die Angabe der Achsenzahl wird der Halteplatz für Züge dieser Länge gekennzeichnet; kürzeren oder längeren Zügen gibt sie einen Anhalt für ihren Halteplatz. Die Ergänzungen werden nach Festlegung des Reichsbahnamtes, Gruppe Betriebstechnik, angewandt.

    Wenn das Halten der Z üge nach der Zuglänge geregelt werden muss, dürfen auch mehrere Tafeln aufgestellt werden.
    Wo die Ergänzungen nicht angewandt werden, regelt der Triebfahrzeugführer eines kurzen Reisezuges (z.B. LVT) den Halteplatz entsprechend dem Zweck des Haltens.


  4. H-Tafeln sind zu beleuchten, soweit die Durchführung des Betriebsdienstes es erfordert. Das weiße »H« kann rückstrahlend sein.



 § 60  

  1. Signal So 9 – Haltepunkttafel
    Ein Haltepunkt ist zu erwarten.


    Formsignal
    Eine schräg zum Gleis gestellte waagerechte, weiße Tafel mit drei schwarzen Schrägstreifen.

  2. Das Signal kündigt einen Haltepunkt an.

  3. Das Signal ist nach Festlegung des Reichsbahnamtes, Gruppe Betriebstechnik, rechts vom Gleis
        – auf Hauptbahnen im Bremswegabstand der Strecke,
        – auf Nebenbahnen 150 m
    vor dem Anfang des Bahnsteiges aufgestellt, wenn er infolge der Geländeverhältnisse nur schwer zu erkennen ist.

  4. Das Signal ist bei Dunkelheit nicht beleuchtet.



 § 61  

  1. Signal So 10 – Brandfackeltafel
    Nicht feuern ! – Aschkasten schließen !


    Formsignal
    Eine auf der Spitze stehende, quadratische, gelbe Tafel mit schwarzem Rand und roter Brandfackel.


  2. Das Signal wird nach Festlegung der Reichsbahndirektion aufgestellt zum Schutze besonders gefährdeter Streckenabschnitte (z. B. Behelfsbrücken und Waldstrecken) und der an der Strecke liegenden Betriebe der Holzindustrie, Treibstofflager u. dgl.

  3. Die Brandfackeltafel steht 50 m vor den Gefahrenstellen, deren Ende durch das Signal der Gegenrichtung angezeigt wird.

  4. Das Signal ist ortsfest und wird nicht beleuchtet.

  5. Beim Erkennen des Signals sind die Aschkastenspritzeinrichtungen zu bedienen.



 § 62  

  1. Signal So 11 – Isolierzeichen
    Kennzeichnung der Grenze der Gleisisolierung.


    Formsignal
    Ein blauer Pfeil auf weißem Grund.


  2. Das Isolierzeichen gibt an, wie weit ein Gleis freizuhalten ist, damit das Bedienen von Weichen und Signalen nicht verhindert wird.

  3. Das Signal steht am Isolierstoß neben dem Gleis. Der blaue Pfeil weist auf den zugehörigen, isolierten Gleisabschnitt, oder - wenn beide benachbarte Gleiseabschnitte isoliert sind - auf den Isolierstoß.



 § 63  

  1. Signal So 12 – Grenzzeichen
    Grenze bei zusammenlaufenden Gleisen, bis zu der ein Gleis besetzt werden darf, ohne dass Bewegungen auf dem anderen behindert werden.


    Formsignal
    Ein rot-weißes, niedriges Zeichen.

  2. Das Signal steht im Winkel zwischen beiden Gleisen, und zwar entweder ein Grenzzeichen in der Mitte zwischen den beiden Gleisen oder je ein Grenzzeichen unmittelbar neben den inneren Schienen der beiden Gleise.



 § 64  

  1. Signal So 13 – Gefahrenanstrich
    Kennzeichnung fester Gegenstände, die wegen zu geringen Abstands vom Gleis Personen gefährden können.


    Formsignal
    Der Gegenstand ist durch einen orangefarbenen Anstrich so hervorgehoben, dass die Gefahrenstelle leicht erkannt wird.


  2. Feste Gegenstände in der Nähe der Gleise müssen zwischen 1000 mm und 3050 mm über Schienenoberkante durch einen orangefarbenen Anstrich gekennzeichnet werden, wenn außerhalb des Regellichtraums nicht mindestens 200 mm breite Seitenräume frei sind. Hierunter fallen auch die Einfahrten in die Triebfahrzeug- und Wagenschuppen.

  3. Erstreckt sich der zu geringe Abstand vom Gleis auf eine größere Länge, so kann der Anstrich auf den Anfang, das Ende und auf geeignete Zwischenstellen beschränkt sein. Bei Tunneln genügt es, nur die Tunneleingänge zu kennzeichnen.



 § 65  Signale für den Wegübergangssicherungsanlagen

  1. Signal So 14 – Warnpfahl
    Kennzeichnung für den Anhang und das Ende der Schaltstrecke einer Wegübergangssicherungsanlage.


    Formsignal
    Ein in waagerechter Teilung schwarz-weiß gestrichener Pfahl.


  2. Wird die Schaltstrecke durch das Signal »So 15« begrenzt, dann wird kein Signal »So 14« aufgestellt.

  3. Das Signal »So 14« wird bei Dunkelheit nicht beleuchtet.




  4. Signal So 15a – Warntafel
    Überwachungssignal einer Wegübergangssicherungsanlage (Signal »So 16«) beachten.


    Formsignal
    Eine rechteckige, weiße Tafel mit drei waagerechten, schwarzen Streifen und Rückstrahlern in den weißen Feldern.
    Auf das Signal »So 16« folgt ein Wegübergang.





    Signal So 15b – Warntafel
    Überwachungssignal einer Wegübergangssicherungsanlage (Signal »So 16«) beachten.


    Formsignal
    Eine rechteckige, weiße Tafel mit einer schwarzen Ziffer und zwei waagerechten, schwarzen Streifen. Die weißen Felder sind mit Rückstrahlern versehen.
    Auf das Signal »So 16« folgt die durch die Ziffer angegebene Anzahl von Wegübergängen.


  5. Der Triebfahrzeugführer bzw. Kleinwagenführer hat am Standort des Signals »So 15« zu prüfen, ob das Signal »So 16« weißes Standlicht zeigt. Siehe hierzu Absätze 9, 11 und 12.

  6. Das Signal »So 15« steht in der Regel rechts vom Gleis. Ist auch für Fahrten, die das Gleis einer zweigleisigen Strecke entgegen der gewöhnlichen Fahrtrichtung befahren, ein Signal »So 16« aufgestellt, dann steht das Signal »So 15« in der Regel links neben dem zugehörigen Gleis.

  7. Auf Nebenbahnen steht das Signal »So 15« im Abstand des für die Strecke festgelegten Bremsweges zuzüglich doppelt so viel Meter, wie als Streckengeschwindigkeit in km/h angegeben ist, vor dem Wegübergang.

  8. Das Signal »So 15« übernimmt gleichzeitig die Aufgabe des Signals «So 14«, wenn dieses nicht aufgestellt ist.




  9. Signal So 16a – Überwachungssignal einer Wegübergangssicherungsanlage
    Der Wegübergang ist gesichert und darf mit unverminderter Geschwindigkeit befahren werden.



    Lichtsignal
    Zwei gelbe Lichter waagerecht nebeneinander. In der Mitte über diesen beiden Lichtern ein weißes Licht. Das Mastschild ist schwarz und weiß gestreift.





    Signal So 16b – Überwachungssignal einer Wegübergangssicherungsanlage
    Der Wegübergang ist nicht gesichert, er ist vorsichtig mit Schrittgeschwindigkeit zu befahren !



    Lichtsignal
    Wie das Signal »So 16a«, das weiße Licht leuchtet jedoch nicht.


  10. Das Signal »So 16« steht in der Regel rechts vom Gleis. Ist auch für Fahrten, die das Gleis einer zweigleisigen Strecke entgegen der gewöhnlichen Fahrtrichtung befahren, ein Signal »So 16« aufgestellt, so steht dieses links neben oder über dem zugehörigen Gleis; Abweichungen hiervon genehmigt das Ministerium für Verkehrswesen; Hauptverwaltung des Sicherungs- und Fernmeldewesens der Deutschen Reichsbahn.

  11. Das Signal »So 16« steht auf Hauptbahnen in der Regel im Abstand des für die Strecke festgelegten Bremsweges vor dem Wegübergang. Auf Nebenbahnen wird es so aufgestellt, dass es vom Signal »So 15« aus erkennbar ist, mindestens steht es jedoch 50 m vor dem Wegübergang.

  12. Die durch das Signal »So 16b« vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit am Wegübergang gilt so lange, bis das erste Fahrzeug den Wegübergang verlassen hat. Kleinwagen haben vor dem Wegübergang zunächst zu halten.
    Zur Warnung der Wegbenutzer ist das Achtungssignal rechtzeitig und wiederholt zu geben.

  13. Folgen auf ein Signal »So 16« mehrere Wegübergänge, so sind zwei Mastschilder nebeneinander angebracht. Die genannten Verhaltensregeln gelten dann für die durch das »Signal So 15b« angezeigte Anzahl von Wegübergängen.

  14. Sind die gelben Lichter des Signals »So 16« erloschen, so darf der Wegübergang nur vorsichtig mit Schrittgeschwindigkeit befahren werden. Auf dem nächsten Bahnhof ist die Störung zu melden. Bis zur Störungsbeseitigung sind die Züge durch Vorsichtsbefehl b) zu beauftragen, am Wegübergang vorsichtig mit Schrittgeschwindigkeit zu fahren.





 
 18.   Von den Paragraphen 2 bis 65 abweichende und in ihnen nicht enthaltene Signale
 

 § 66  Allgemeines
  1. Der 18. Abschnitt enthält die von den Paragraphen 2 bis 65 in Form oder Bedeutung abweichenden oder in ihnen nicht enthaltenen Signale, die mit Genehmigung des Ministers für Verkehrswesen während einer gewissen Übergangszeit noch verwendet werden dürfen. Mit diesen Signalen dürfen keine weiteren Anlagen und Fahrzeuge ausgerüstet werden, Ausnahmen werden bei den einzelnen Signalen genannt.

  2. Die von den Paragraphen 2 bis 65 abweichenden Signale tragen die um 100 erhöhte Nummer des entsprechenden Signals.



 § 67  Lichthauptsignale (HI)
  1. Die Signale »Hl 100«, »Hl 101« und »Hl 102« sind Lichthauptsignale älterer Bauart. Sie entsprechen den Nachtzeichen der Formhauptsignale »Hf 0«, »Hf 1« und »Hf 2«.

  2. Es gelten die Bestimmungen für Hauptsignale in den §§ 2 und 3 sinngemäß.

  3. Ein Lichthauptsignal und ein Lichtvorsignal für ein folgendes Hauptsignal können an einem gemeinsamen Mast angebracht sein. Das Hauptsignal befindet sich hierbei über dem Vorsignal.


  4. Signal Hl 100 – Halt !



    Lichtsignal
    Ein rotes Licht.





  5. Signal Hl 101 – Fahrt mit Höchstgeschwindigkeit



    Lichtsignal
    Ein grünes Licht.





  6. Signal Hl 102 – Fahrt mit Geschwindigkeitsbeschränkung auf 40 km/h



    Lichtsignal
    Ein grünes Licht und senkrecht darunter ein gelbes Licht.




 § 68  Lichtvorsignale (Vl)
  1. Die Signale »Vl 100«, »Vl 101« und »Vl 102« sind Lichtvorsignale älterer Bauart. Sie entsprechen den Nachtzeichen der Formsignale »Vf 0«, »Vf 1« und »Vf 2«.

  2. Es gelten die Bestimmungen für Vorsignale im § 2 Absätze 5 und 9 und § 4 sinngemäß.

  3. Lichtvorsignale am Standort von Hauptsignalen sind dunkel, wenn das Hauptsignal "Halt" zeigt.

  4. Hinsichtlich der Vereinigung eines Lichtvorsignals mit einem Lichthauptsignal wird auch auf § 67 Abs. 3 verwiesen.



  5. Signal Vl 100 – "Halt" erwarten



    Lichtsignal
    Ein gelbes Licht.






  6.       Signal Vl 101 – "Fahrt mit Höchstgeschwindigkeit" erwarten



    Lichtsignal
    Ein (am Hauptsignal zwei) grüne(s) Licht(er).






  7. Signal Vl 102 – "Fahrt mit Geschwindigkeitsbeschränkung auf 40 km/h" erwarten



    Lichtsignal
    Ein grünes Licht und nach rechts steigend ein gelbes Licht.





 § 69  Lichtsignale (Signalverbindungen) der Berliner S-Bahn (Sv)

  1. Signal Sv 103 – Halt ! – Ohne Auftrag permissiv vorbei- und weiterfahren



    Lichtsignal
    Zwei gelbe Lichter waagerecht nebeneinander.

  2. Hinsichtlich des Verhaltens beim permissiven Fahren wird auf die Sondervorschriften für die Regelung des Betriebsdienstes auf den Strecken der elektrischen Berliner S-Bahn (SRB), DV 432, verwiesen.



 § 70  Zusatzsignale für Hauptsignale (Zs)

  1. Signal Zs 101 – Ersatzsignal
    Am Halt zeigenden Hauptsignal vorsichtig vorbeifahren.


    Lichtsignal
    Drei weiße Lichter in Form eines »A«.


  2. Das Ersatzsignal leuchtet nach jedesmaligem Anschalten 30 bis 60 Sekunden.

  3. Der Triebfahrzeugführer darf am Hauptsignal ohne Halt vorsichtig vorbeifahren, wenn er das Aufleuchten des Ersatzsignals wahrgenommen hat.

  4. Als Versagen des Ersatzsignals gilt bereits der Ausfall eines der weißen Lichter.

  5. Im übrigen gelten die Bestimmungen des § 7 Absätze 2 bis 7 sinngemäß.




  6. Signal Zs 105 – Geschwindigkeitsanzeiger
    Die durch die Kennzahl angezeigte Geschwindigkeit darf vom Hauptsignal ab nicht überschritten werden.


    Lichtsignal
    Eine gelbleuchtende Kennzahl.


  7. Es bedeuten die Kennzahl 2 = 20 km/h, die Kennzahl 3 = 30 km/h, die Kennzahl 6 = 60 km/h Geschwindigkeit.
    Die angezeigte Geschwindigkeit gilt im anschließenden Weichenbereich (siehe § 3 Abs. 10).

  8. Das Signal »Zs 105« ist am Mast des Hauptsignals angebracht. Die Kennzahl »6« wird nur bei Formhauptsignalen angewandt.

  9. Auf den elektrisch betriebenen Strecken der Berliner S-Bahn darf das Signal »Zs 105« auch künftig neu angewandt werden.




  10.    Signal Zs 106 – Stumpfgleis- und Frühhaltanzeiger
    Fahrt in ein Stumpfgleis oder in ein Gleis mit verkürztem Einfahrweg.


    Formsignal
    Eine auf der Spitze stehende dreieckige, gelbe Tafel mit schwarzem Rand. Bei beschränktem Raum kann die Dreieckspitze nach oben zeigen.




 § 71  Lichtsperrsignale (Lsp)

  1. Signal Lsp* – Lichtsperrsignal
    Halt !


    Lichtsignal
    Zwei rote Lichter waagerecht nebeneinander.


    * Wird auch als Hauptsignal mit der bezeichnung "Hauptsperrsignal (Hsp)" verwendet.

  2. Das Signal gilt auch für Züge und Rangierabteilungen und steht unmittelbar rechts neben dem zugehörigen Gleis, ausgenommen bei Drehscheiben, Schiebebühnen und Gleisbrückenwaagen.
    Bei Drehscheiben, Schiebebühnen und Gleisbrückenwaagen zeigt es an, dass sie nicht befahren werden dürfen.

  3. Hinsichtlich der Aufhebung des Fahrverbots für Rangierabteilungen durch Rangierfahrtsignal (Signal »Ra 12«) wird auf § 41 verwiesen.

  4. Wird das Lichtsperrsignal als Hauptsperrsignal verwendet, so erscheinen bei Aufhebung des Fahrverbots für Rangierabteilungen das Signal »Hl 100« und das Signal »Ra 12«. Es gelten die Bestimmungen für diese Signale.
    Bei Fahrtstellung des Hauptsignals erscheint das Signal »Ra 12« nicht.

  5. Hinsichtlich des Verhaltens von Zügen an einem erloschenen oder zweifelhaftes Signalbild zeigenden Signal wird auf § 1 Abs. 11 verwiesen. Rangierabteilungen verhalten sich bei zweifelhaftem oder erloschenem Signal wie an einem Halt zeigenden Signal.





 
 19.   Schlussbestimmungen und Anhang
 

 § 72  Inkrafttreten, Außerkrafttreten
  1. Die Dienstvorschrift DV 301 (Signalbuch) tritt auf Grund der Genehmigungsverfügung der Minister (BV-B-I-1 Baos) vom 16. September 1970 zum
    1. Oktober 1971 in Kraft. Gleichzeitig tritt das Sinalbuch (SB), Ausgabe 1958, gültig vom 1. April 1959 an, außer Kraft.




        Anhang I (zu § 1 Abs. 5)
  1. Die Beleuchtungszeiten gelten für die Anwendung der Nachtzeichen und für das Ein- und Ausschalten der sonstigen Beleuchtungseinrichtungen (z. B. Anstrahlleuchten an Signalen).
    Die Beleuchtungsdauer ist für mittlere Witterungsverhältnisse bemessen. Bei Nebel, Schneegestöber u. dgl. hat die Beleuchtung entsprechend früher zu beginnen und später zu enden.

  2. Die Beleuchtungszeiten gelten sinngemäß für das Umschalten der Tagesund Nachtbeleuchtung bei Lichtsignalen. Bei unsichtigem Wetter ist jedoch auch bei Dunkelheit die stärkere Tagesbeleuchtung einzuschalten und am Tage nicht auf Nachtbeleuchtung umzuschalten, sondern die stärkere Tagesbeleuchtung zu belassen.


Monat Zeitraum Beleuchtungszeit
Beginn (Uhr) Ende (Uhr)
Januar 1. bis 15.
16. bis 31.
16.10
16.40
8.00
7.50
Februar 1. bis 15.
16. bis 29.
17.10
17.40
7.30
7.00
März 1. bis 15.
16. bis 31.
18.10
18.40
6.30
5.50
April 1. bis 15.
16. bis 30.
19.10
19.40
5.10
4.40
Mai 1. bis 15.
16. bis 31.
20.00
20.20
4.10
3.50
Juni 1. bis 15.
16. bis 30.
20.40
20.50
3.30
3.30
Juli 1. bis 15.
16. bis 31.
20.50
20.30
3.30
4.00
August 1. bis 15.
16. bis 31.
20.00
19.30
4.20
4.50
September 1. bis 15.
16. bis 30.
19.00
18.20
5.10
5.30
Oktober 1. bis 15.
16. bis 31.
17.40
17.10
6.00
6.30
November 1. bis 15.
16. bis 30.
16.30
16.00
7.00
7.30
Dezember 1. bis 15.
16. bis 31.
16.00
16.00
7.50
8.00






        Anhang II (zu § 5 Abs. 5)

Übersicht zu den Lichtsignalen »Hl 1« bis »Hl 13«






Anhang III
Abkürzungen  
FV Fahrdienstvorschrift
AzFV Anhang zu den Fahrdienstvorschriften
SbV Sammlung betriebsdienstlicher Vorschriften
La Zusammenstellung der vorübergehend eingerichteten Langsamfahrstellen und sonstigen Besonderheiten



Signale   Quellenangaben