Bahnbetriebswerk Garmisch
Zeittafel:  Bauliche Anlagen – Bezeichnungen – Beheimatungen

25.07.1889  

Einweihung einer kleinen Lokstation – errichtet durch die Localbahn AG (LAG) – mit einem zweiständigen Rechteckschuppen sowie vier
Standplätzen, einem Wagenschuppen und einem Wohnhaus.
Anfänglicher Lokomotivbestand:
Vier C-gekuppelte Dampflokomotiven (LAG 9-12), eine 1´C-Dampflok (LAG 18) und drei C1´-Lokomotiven (LAG 62-64)

1908   Übernahme der Lokstation und der gesamten Bahnanlagen durch die Königlich Bayerische Staatsbahn (K.Bay.Sts.B.)
1910-1912  

Errichtung einer Betriebswerkstätte mit einem neunständigen Ringlokschuppen und einer vorgelagerten, mit einer Fahrdrahtspinne
versehen, ø 20 m-Drehscheibe, allen erforderlichen Behandlungsanlagen für die hier wendenden Dampflokomotiven am südlichen
Ende des gleichzeitig neu errichteten Bahnhofs – Eröffnung am 01.07.1912.
Östlich des Ringschuppens neben der Strecke nach Mittewalde wurde eine einständige Werkstatthalle mit zwei Hebekränen errichtet –
für die Wasserversorgung wurden zwei Wasserbehälter mit jeweils 75 m³ Fassungsvermögen in die Erde eingelassen, einem Wasserkran

1912-1913  

Eröffnung der elektrifizierten Außerfernbahn nach Griesen und der Karwendelbahn nach Mittenwalde und die daraus resultierende
Verlegung des Bahnhofs und der Lokstation auf die andere Seite der Loisach

03.04.1913   Mit der bay. EP1 20001 (Maffei 3354/1913, die spätere E 62 01), taucht eine Baureihe in den Bestandslisten auf – ihr wird 20 Tage später
die bay. EP 1 20002 (Maffei 3355/1913) folgen
1909   Beheimatung der fünf extra für die Karwendelbahn angeschafften E 62 von Krauss-Maffei
1925   Mit der preuß. EG 507 Breslau (BMAG 4728/1912, spätere E 70 07), wird die erste Rangier-Elektrolokomotive in Garmisch beheimatet
23.02.1925   Elektrifizierung der Strecke nach München und Erhebung zum Deutschlands höchsten, mit 708 m ü.N.N. selbständigen Bahnbetreibswerk
21.03.1925   Anlieferung der ersten fabrikneuen EP5 21503 (Maffei 5512 | AEG 2922/1924), der späteren E 52 03 – ihr werden kurz darauf noch
die EP 5 21504, 21506 und 21507 folgen
     
07.10.1928   Beheimatung der ersten, fabrikneuen Rangier-Elektolokomotive – die E 60 07 (AEG 3980/1928)
06.1929   Mit E 16 06 (KM 8171 | BBC 5044/1926) wird erstmals eine Lokomotive der Baureihe E 16 in Garmisch stationiert
16.03.1931   Zuteilung der Versuchslokomotive E 44 001 (SSW 2744/1930), die ab 09.05.1932 im Bw München Hbf eine neue Heimat findet
03.1938   Mit Ausmusterung der E 70 08 (BMAG 4729/1913) endet die Geschichte dieser Baureihe beim Bw Garmisch
1941   Erstmalige Beheimatung von Lokomotiven der Baureihe E 32
1942   Die erste Rangierlokomotive der Baureihe E 63 findet im Bw Garmisch eine neue Heimat
09.11.1943   Beheimatung von weiteren Lokomotiven der Baureihe E 44
22.02.1945   Trotz Bombardierung alliierter Luftstreitkräfte erleidet das Bahnbetriebswerk kaum Schäden, sodass der Betrieb
recht zügig wieder aufgenommen werden konnte
09.1945   Abgabe aller E 44 an andere Bahnbetriebswerke
     
08.12.1945   Triebfahrzeugbestand vom 15.05.1935
 
E 16   06, 08 und 17
E 52   07, 18 und 20
E 62   01, 02, 03, 04 und 05
     
ab 1948   Wiederbeheimatung von Lokomotiven der Baureihe E 44
06.01.1952   Mit der Abgabe der E 52 11 (Maffei 5527 | AEG 2930/1925) an das Bw Treuchtlingen endete die Beheimatung dieser Baureihe in Garmisch
01.01.1954   Übernahme des aufgelösten Bw Murnau als Außenstelle und Übernahme seiner E 69 02 (Krauss 8086/1909), E 69 03 (Krauss 8108/1912),
E 69 04 (VdZ 70418/1922) und E 69 05 (Maffei 5866 | SSW2743/1930)
     
    Triebfahrzeugbestand vom 12.08.1954
 
57   1254 und 1380
98   867
E 16   18, 19 und 21
E 32   25, 33 und 34
E 44   006, 008, 009, 077, 160W, 162 und 175
E 60   01, 09 und 10
E 62   01
E 63   07
E 69   02, 03, 04 und 05
ET 85   23
  4276
V 36   122
     
23.04.1955   Die letzte Vertreterin ihrer Baureihe scheidet im Bw Garmisch aus – die E 62 01
1956-1957   Errichtung einer neuen Lehrwerkstatt
25.03.1958   Mit E 41 005 (Henschel 29077/1956) wird die erste Lokomotive der Baureihe E 41 im Bw Garmisch heimisch,
die bereits am 15.07.1958 zum Bw München Hbf umbeheimatet werden wird
1959-1960   Verlängerung der Schuppengleise 1-4, wodurch die Lehrwerkstatt verlagert werden musste
     
    Triebfahrzeugbestand vom 01.01.1976
 
144   001, 002, 004, 006, 024, 027, 035, 036, 060, 065, 076, 077 und 087
160   002, 007, 009 und 010
169   002, 003, 004 und 005
261   123 und 124
701   144
702   124
     
14.05.1978   z-Stellung der Ur-E 44, 144 001 – zum 28.09.1978 erfolgte die Ausmusterung
22.02.1979   Mit z-Stellung der letzten drei Triebfahrzeugen, 144 002, 144 166 und 144 175, endet die Ära der Baureihe E 44 in Garmisch
26.07.1979   Mit Ausmusterung der 163 002 (AEG 4847/1935) endet die Einsatzgeschichte der Baureihe E 63 in Garmisch
01.01.1984   Auflösung als selbständige Dienststelle und Degradierung zur Einsatzstelle des Bw München 1 (ehem. München Hbf) und Abgabe der vier
noch hier beheimateten Fahrzeuge 260 129, sowie 261 123 und 124, sowie 702 115 (Uerdingen 72823/1967) an das zukünftige Mutter-Bw
   

Anschließende Betreuung folgender Fahrzeuge durch die ortsansässige BSW-Gruppe als Außenstelle des Verkehrsmuseums Nürnberg:
E 16 09 (Krauss 8174 | BBC 5047/1927), E 63 05 (Krauss 15496/1935), E 63 08 (AEG 5056/1940), E 69 02 (Krauss 8086/1909),
E 69 03 (Krauss 8108/1912) und E 91 99 (AEG 2696/1929), dem ET/ES 26 02 und dem Akku-Schleppfahrzeug 125 (ex Bw München Ost),
später Einrichtung einer Außenstelle des Nürnberger DB Museums

06.1992   Umwandlung in eine reine Personaleinsatzstelle und Auflösung der Reisezugwagenausbesserung und der Kraftfahrzeug-Instandhaltung
     
12.12.1995   Das Ende eines legendären Fahrzeugs
Frontalzusammenstoß zwischen dem Aussichtstriebwagen 491 001-4 (Fuchs ??/1935) und der ÖBB 1044 235-8 im Bahnhof Garmisch-
Partenkirchen – dabei entstanden irreparable Schäden an dem DB-Fahrzeug und ist seit dem abgestellt
     
19.-23.08.2005   Überstellung der vom DB Museum betreuten Fahrzeuge und des museumseigenen Inventars zum neugegründeten Bahnpark in Augsburg
31.12.2005   Schließung des Bahnbetriebswerkes infolge von Sparmaßnahmen seitens des DB Museums
10.2013   Abbruch des Lokomotivschuppens – die verbliebenen Gebäude folgen zwei Jahre später
     
   
Gleisplan  (weblink)  
     
     
Ga-Pa   bahnamtliches Bezeichnungskürzel 1925
Ga-P   bahnamtliches Bezeichnungskürzel 1932
Bw Ga-P   bahnamtliches Bezeichnungskürzel 1939
Ga-Pa   bahnamtliches Bezeichnungskürzel 1941
MGP   letztes bahnamtliches Bezeichnungskürzel


Bahnbetriebswerke BD München     Quellenangaben